Notizen 2017

Kriegstagebuch Januar 2017
Die Chronologie der Berichte cvom Krieg knüpft im Neuen Jahr an den Anschlag in Istanbul an und kann vermelden, dass es ein Usbeke war, dessen zerschundenes Gesicht nach einer Woche die türkischen Behörden stolz veröffentlichten. Wieder wie vor einem Jahr stammt der Attentäter aus Zentralasien. Tausende aus den islamischen dortigen Republiken sollen sich dem IS angeschlossen haben und zu den wagemutigsten Kämpfern in Syrien und dem Irak zählen.
Die Welt erschüttert der 39fache Massenmord in Istanbul – in Chicagos Straßen lebt sich gefährlicher.. 2016 zählte die Stadt 762 Morde (n-tv.de, 02.01.17) und 3.550 Schießereien..Der Feind IS, eigentlich totgesagt, lebt auch 2017 mörderisch weiter. Kurz notiert:

01.01. Attacke auf einen Kontrollpunkt fern von Mossul in Nadschaff
02.01. in Sadr City, dem schiitischen großen Stadtteil von Bagdad Attentat mit mehr als 30 Toten
04.01. Gefangenenbefreiung durch Abu Sajaf, dem Vertreter des IS auf den Südphilippinen
07.01. durch Explosion eines Tanklasters in der nordsyrischen Stadt Asas sterben mindestens 48 Menschen
08.01. bei einem Anschlag auf einen Großmarkt in Bagdad gibt es viele Tote und Verletzte
09.01. im Ferienort Al-Arisch auf der ägyptischen Halbinsel Sinai werden acht Polizisten getötet; „im Jahr 2014 schworen die Extremisten der IS-Miliz die Treue“. (n-tv.de)
12.01. in Damaskus kam es relativ selten zu Anschlägen. „Nun hat ein Selbstmordattentäter mindestens sieben Menschen mit in den Tod gerissen.“ (spiegel-online)
21.01.in einem Flüchtlingslager an der syrisch-jordanischen Grenze sind bei der Explosion einer Autobombe mindestens vier Menschen ums Leben gekommen

1510gross_hoch„In Syrien, dem Irak, auf dem Sinai und in Libyen – überall wächst der Druck auf die Terrororganisation Islamischer Staat. Viele tausend Kilometer entfernt jedoch finden Dschihadisten idealen Nährboden.- auf den Philippinen.“
(n-tv.de) Die Offensive der 100.000 zur Befreiung von Mossul zieht sich in die Länge und die Totgesagten wachsen nach. Die Türkei versucht den Knotenpunkt Deir al-Sor zwischen Mossul und Raqqa unter Einsatz eines Leopard-02 Panzerbatallions, das schwere Verluste erleidet, vom IS zu erobern, vorläufig ohne Erfolg. Aus der Wundertüte aufgetaucht kämpfen dort angeblich mehrere tausend Kämpfer des IS. In der syrischen Westprovinz Idlip bomben die USA Ausbildungslager, der IS revanchiert sich mit Autobombeanschlägen in der dortigen Stadt al-Bab. Selbst in der Umgebung Damaskus sperrt der IS für Wochen die Wasserversorgung der Metropole.

Nebensächliches

An einem Tag im Januar, Dienstag den 17., standen der großen Politik gleich drei zukunftsweisende Ereignisse ins Haus. Der vom Bundesrat eingebrachte Verbotsantrag der NPD vorm Karlsruher Bundesverfassungsgericht wird erwartungsgemäß nun schon zum zweiten Male abgelehnt. Die Partei wäre zwar in jeder Hinsicht verfassungsfeindlich, aber zu klein und unbedeutend, um ihre Ziele zu erreichen. Wo sie gewaltätg auftritt, könne ja die Polizei einschreiten. Im Kampf um die Herzen und Köpfe seien alle demokratischen Parteien und Personen gefordert. Wieder einmal ist die deutsche Justiz auf einem Auge blind und der Rechtswende in unserem Land hat dieses Urteil kein Zeichen entgegengesetzt. Am gleichen Tag wählt das EU-Parlament in Straßburg den Ultrarechten Tajani von Berlusconis Forza Italia in Kampfabstimmung zum neuen Präsidenten. Unterstüzung erhält er von der rechten Koalition aus EVP, Liberalen und Konservativ-Europaskeptikern. Damit sind alle wichtigen Spitzenpositionen auf europäischer Ebene rechts von der Mitte besetzt.. In London hält PM May eine Grundsatzrede zum BREXIT-Verfahren und betont in freundlichen Worten die Wiederbelebung des Commonwealth, sprich britischen Empire. Mit dem designierten US-Präsidenten D.J. Trump, dessen Wahl am kommenden Freitag die politische Klasse lähmt und alles überschattet und beherrscht, ist dann die transatlantische Rechte komplett. Jedenfalls, so ihre unhinterfragten Ankündigungen, wollen alle eins: Aufrüsten, Grenzen sichern, Krieg nach Bedarf führen. Die „große“ Politik ist so alles andere als belanglos und nebensächlich.
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Die lokalen Unterabteilungen des IS, deren Zellen quer durch Europa vom Kosovo bis Spanien ausgehoben werden und uns wieder eine „Atempause“ (Steinmeier) verschaffen, sind von den Philippinen bis Mauretanien aktiv vernetzt und die Grenzen zwischen alten (al-Quida, Taliban) und jungen Dschihadisten sind im ständigen Wandel. Ein zweiter Überblick über die Brennpunkte:

05.01. im westtürkischen Izmir wie im osttürkischen Gaziantep (10.01.) kommt es zu Schie0ereien vor staatlichen Gebäuden
07.01. ein Mann erschießt auf dem Flughafen von Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida mindestens fünf Menschen. „Es handele sich um einen Einzeltäter“ (n-tv.de).
08.01. bei einem Anschlag mit einem Lastwagen in Jerusalem werden mehrere Soldaten getötet..“ 40 Israelis und zwei Amerikaner“ (tagesschau.de) neben mehr als 200 Palästinensern zählt der body count der „stillen“ Intifada.
10.01.in Kabul wird das Parlament angegrifen und mehr als zwanzig Menschen sterben; in Mali wird ein Camp der Armee in der Stadt Gaoangegriffen. Viele Sodaten sterben.
18.01. Katastrophe in Nigeria. Bei einem fehlgeleiteten Luftangriff auf den „technisch besiegten“ Boko Haram (ARD) wird ein Flüchtlingslager getroffen, mind. 170 Opfer. Zum Sieg gehört auch, dass sieben Millionen Menschen rund um den Tschadsee vom Hunger bedroht sind. Die Menschen sterben wie die Fliegen..
21.01. in Peshawr im umkämpften Nordwesten Pakistans sterben dutzende schiitische Menschen bei einem Anschlag einer Gruppe der Taliban/des IS auf einen Markt.
23.01. im Jemen werden bei schweren Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen fast 70 Menschen getötet.
25.01 in Mogadischu stürmen Kämpfer der islamistischen al-Shabaab-Miliz zum wiederholten mal ein Hotel
28.01. wiederum in Somalia greift al-Shabaab einen Stützpunkt der sog. Friedenstruppe an und es kommt zu einem Massaker unter kenianischen Soldaten
29.01. nur ein Beispiel für die Folgen des US-Drohnen-Luftkriegs von Pakistan, dem Nahen Osten, Libyen bis hin nun auch nach Jemen: „In Jakla in der zentraljemenitischen Provinz Baida sind nach örtlichen Behördenangaben bei amerikanischen Angriffen mit Drohnen und Kampfhubschraubern fast sechzig Menschen getötet worden.“ (FAZ.de).
30.01. zwei Bewaffnete schießen in einer Moschee in Québec um sich und töten dabei sechs Menschen; passend zum Besuch des ukrainischen Oligarchen Poroshenkos bei Merkel :“Schwere Gefechte erschüttern Ostukraine“ (n-tv.de)

Das Jahr 2017 steigert – trotz begrenzter Berichterstattung – „gefühlt“ die Gewalt und die Zonen auf unserem kleinen PLaneten, die zur Hölle geworden sind, nehmen zu. In Mexiko, dem Land der 200.000 Ermordeten, führt die Erhöhung der Benzinpreise zu aufstandsartigen Demonstrationen, es gibt Tote, Plünderungen und Vandalismus. Ladenbesitzer bilden Bürgerwehren. (tagesschau-de) Brasiliens Gefängnisse, völlig verwahrlost und mit 622.000 Insassen doppelt belegt, werden beherrscht von Drogenbandem und seit Jahresbeginn zählt der Beobachter mehr als 140 Leichen bei diversen Gefängnisrevolten. In Myanmar wird die moslemische Minderheit der Rohingya seit Jahren diskriminiert. 65.000 Menschen sind zur Zeit vor der Gewalt, den Morden und Vergewaltigungen auf der Flucht. Apropos Flucht und „sichere“ Staaten. „Auswärtiges Amt sieht KZ-ähnliche Verhältnisse“ (spiegel-online) in Libyen. Insassen werden vergewaltigt, ausgeraubt und nach einem Muster wöchentlich eine bestimmte Anzahl ermordet. Die „Hölle“ auf Erden hat viele Gesichter und sie rückt näher – siehe Abschiebeknäste etc. im Land von „Mutti“ Merkel und „Onkel“ de Maiziere.

Wesentliches

Trump bedient nur den Hass seiner Anhänger“, (Zeit-online, 29.01.17) so die Headline im Zentralorgan der mainstream „Gutmenschen“. In diesem ersten Monat seiner Amtszeit verdrängt die Aufarbeitung des D.J. Trump vor und nach seiner Amtseinführng am 20. in wirklich all unseren doch so der Wahrheit verpflichteten Medien die anderen Probleme dieser Welt. Zwischen Präsidentenwahl im Dezember und seiner Vereidigung war der Grundtenor der Politologie-Professoren und der Journaille die Beschwichtigung der Gemüter. Es wird schon nicht so schlimm kommen, Wahlkampf und Präsidentschaft seien unterschiedliche Schuhe, die politische Klasse in Washington, übrigens mit doppelter republikanischer Mehrheit im Kongress, würde dem „Wüstling“ schon seine Grenzen aufzeigen und den „Irren“ zivilisieren, wo doch die republikanische Mehrheit doch gar nicht bibelfest, ultrakonservativ und kriegslüstern sei.
Seit dem 21., den ersten Amtstag des D:J. Trump, bricht für diee so moderne und aufgeschlossesne politische Klsasse – von Tag zu Tag händeringender – ihre heile Welt aus Multikulti, ökonomischem Neoliberalismus und Radikalindividualismus zusammen. Der „postfaktische“ Politiker Trump, volkstümlich Lügenbaron, begrenzt per Dekret die Anwendung Obamas Gesundheitsreform, bezeichnet missliebige Journalisten als „Heuchler“, kündigt das pazifische Freihandelsabkommen TPP zum Entsetzen der hiesigen Wirtschaftspresse, die den Weltuntergang nahend sieht, bekräftigt den Bau der Mauer zu Mexiko und droht dem Land mit zwanzigprozentigen Einfuhrzöllen, ernennt offen Rechtsradikale, Militärs und Milliardäre zu seinen Ratgebern und Ministern. In einem Interview, zur Folter befragt – Trump`sche Originalton: „Folter funktioniert. Absolut!“ -, was wiederum selbst im konservativen Lager zum bei uns vielzitierten Urteil wird, dass er „ekelerregend“ sei. Und dann der bisherige Höhepunkt Trumpscher Entgleisungen, als er Bürgern aus sieben Staaten (Irak, Iran, Libyen, Somalia, Syrien, Jemen und den Sudan) für vorerst 90 Tage die Einreise in die USA untersagt, was bei uns zur folgender Schlagzeile führt: „Trump lässt keine Muslime mehr ins Land“. Da wird selbst spiegel-online vom 28. pathetisch: „Von den Wangen der Freihheitsstatue rollen die Tränen.“
Waren am Tag nach der Trump`schen Amtseinführung weltweit mehr als zwei Millionen auf den Beinen, davon die meisten in den USA, und selbst die Proteste der 68er gegen Nixon weit in den Schatten stellend, so dauern diese an, erfassen offizielle Kreise und münden im Widerstand gegen die „rassistischen“ Einwanderungsdekrete. Aber Trump hat auch begeisterte Unterstützer bei den „Rechtspopulisten“ nicht nur in Europa und … bei den jüdischen Siedlern auf der Westbank, die vom Anbruch einer neuen Zeitrechnung träumen, da Trump den Bau neuer Wohnungen im besetzten Land begrüßt. Der von mir mehrfach beschworene Endkampf zwischen Orient und Okzident um Jerusalem tauchtt am Horizont auf.

Februar 2017

1498Der Krieg mit seinen vielen Gesichtern spielt – das muss mensch konstatieren – nur eine untergeordnete Rolle in den bürgerlichen „Lügenmedien“ und es wird alles getan, um das eigentliche Thema der politischen Presse, die affirmative Reflexion des Zustandes der Macht – zur Zeit der beginnenden Bundestagswahlkampf und die Denunziation des bedrohlichen „Rechtspopulismus“ von Trump und Co. –  bis zur Penetranz zu zelebieren. Daneben steht die Zurichtung des Publikums, um die innenpolitischen fortschreitenden Maßnahmen gegen die diffuse „Bedrohung“ unserer „Werte“ durch den Terror, die Flüchtlinge, den Populismus und nicht zuletzt dem „Erbfeind“ Russland zu begründen. Womit der in vier Kontinenten aktive IS – dosiert zwar – Gegenstand der Berichterstattung bleibt.

Gegen Ende des Monats köpft der philippinische IS-Ableger Abu Sayaaf einen 70jährigen deutschen Segler und im Inland wird systematisch mit polizeilichen und geheimdienstlichen gegen sog. „Gefährder“ des IS vorgegangen und weltweit erhöht sich der Fahndungsdruck auf die Dschihadisten. Eine verheerende Antwort darauf ist der vermehrte Einsatz der Selbstmordattentäterwaffe überall dort, wo der IS (noch) stark ist oder Flagge zeigen will. Vor allem im Nahen Osten zwischen Mossul und der Mittelmeerküste, dem Kernland der Gotteskrieger, und beim Taliban-Verbündeten in Afghanistan/Pakistan. (In der chinesischen Provinz Sinkiang hat sich aktuell eine uigurische Terrormiliz zum IS bekannt – über die Folgen wird zu berichten sein!) Seit der IS als Nachfolger von al-Quida wieder verstärkt in Afghanistan tätig ist, wo die Regierung nach einem Report des US-Senats nur mehr 57 % des Landes kontrolliert (n-tv.de, 01.02.17), finden in Kabul (vorm Obersten Gericht, 07.02.: gegen Rot Kreuz Mitarbeiter ß8.02.), in Ostpakistan (mind. 70 Tote in einem Sufi-Schrein; 10.02.;Gerichtshof in Charsadda, 21.02.), im Irak (über 40 Tote auf einem schiitischen Markt in Bagdad, 16.02.), in Mogadischu (auf einen Markt, 19.02.) – kleine Auswahl – Anschläge statt.

Von der Hauptkriegsfront – erinnern wir uns, Beginn war im Oktober! – ist nach dem Fall von Ost-Aleppo trotz vollmundiger Ankündigungen und dem Einsatz von zigtausender Kombattanten und Luftangriffen der IS weiter präsent in (West-) Mossul, Raqqa, Palmyra und in einem kleinen Gebiet in Wesrsyrien an der türkischen Grenze. Die Kriegsführung des IS differenziert sich weiter aus und er setzt nun selbst Kampfdrohnen ein. Im Gegenzug gibt das Pentagon zu, gegen den IS Uranmunition einzusetzen. (spiegel-online, 15.2.) Vereinzelt wird berichtet, dass türkische oder syrische Kräfte unter friendly fire geraten, so dichtgedrängt sind die diversem Allianzen am Werke! Dass der Krieg auf mehreren Ebenen stattfindet, verdeutlicht ein unmittelbar nach der Eroberung der nordsyrischen Kleinstadt al-Bab erfolgter Selbstmordanschlag mit über 40 Toten in dem Ort. Dazu passt ein Angriff auf den syrischen Geheimdienst in Homs, dem am 25.02. dutzende Menschen zum Opfer fallen. Apropos syrischer Geheimdienst: U.a. tageschau.de klagt das Gefängnis Sednaja am 07.02. als „Schlachthaus“ an, in dem bis zu 13.000 Insassen zu Tode gefoltert wurden; unsere Staatsanwaltschaft nimmt die Ermittlungen gegen sechs Geheimdienstgeneräle auf.

Die Angst der „Wutbürger“ richtet sich gegen die Flüchtlingsmassen, die fern von Europa gehalten werden sollen. Unsere Kanzlerin im Verbund mit dem „harten“ Innenminister de Maiziére ist jede Diktatur egal, Hauptsache die Verzweifelten werden fern unserer Küsten entsorgt. Dass es auch anders geht, beweist die Großdemonstration der Hunderttausend in Barcelona, die die Aufnahme von mehr (!) Flüchtlingen in Spanien und Europa fordern. Zwei völlig unterschiedliche Welten tun sich auf. Da die sog. Populisten von Trump,.Le Pen bis hin zu Petry, die den Volkswillen gegen die Zuwanderung kanalisieren, hier das Multikulti praktizierende „andere“ Europa und USA, die für die Not der vor unseren Toren Wartenden ein weites Herz haben.

Der Kern der Empörung unserer europäischen Eliten über den unmöglichen D. Trump ist nicht seine Flüchtlingspolitik oder der Protektionismus, nein, was wirklich zum Entsetzen führt ist seine angebliche Nähe zu den Potentaten von Erdogan bis Putin. Putins Annexion der Krim ist ja bekanntlich „verbrecherisch“ (Angela Merkel) und muss weiter abgestraft werden. Sein Nationalismus („America first“) wird z.B. vom bayerischen PM Seehofer dankbar aufgenommen und zum „Bayern zuerst!“. (Aschermittwochrede vom 01.März 2017) Putins Rolle in der Ostukraine, wo pünktlich zur neuen US-amerikanischen Präsidentschaft schwere Gefechte mit vielen Toten aufflackerten, dient unseren Kalten Kriegern als Argument für die Aufrüstung der Nato. Hier stößt D. Trumps gigantisches eigenes Aufrüstungsprogramm von 54 Mrd. plus diverse Beschaffungsprogramme durchaus auf Wohlwollen, umso mehr, als dass seine Forderung, jedes Nato-Mitglied muss mindestens 2% seines BIP für die „Sicherheit“ ausgeben, bei unseren „Verantwortungsträgern“ gut ankommt

Soweit zum Kern des „Weltenbrandes“. Dass im Kongo binnen zweier Tagen bei Kämpfen mit marodierenden Banden über 90 Menschen sterben (tagesschau.de, 13.02.17) und der große afrikanische Weltkrieg im Kongobecken immer wieder aufflackert, sei ebenso erwähnt wie die Warnung von Hilfsorganisationen vor einer menschliche Katastrophe in Ostafrika, wo Dürre und Kriegszerrüttung Millionen dem Hungertod preisgeben. Es fehlt an Geld (1 Mrd.), um das Schlimmste zu verhindern. Im innerfranzösischen Bürgerkrieg in den „benachteiligten Vorstädten“ (FAZ.de, 12.02.17) brennen die Autos und Barrikaden nach einem Polizeiübergriff auf einen schwarzen Fjugendlichen und die soziale Spaltung der Gesellschaft im Vorfeld der Präsidentenwahl scheint auswegslos.

Der Krieg rückt nicht nur durch Flüchtlinsströme und vereinzelnte Terrorakte Deutschland näher, wie der Fall des dt.-türkischen Journalisten Deniz Yücel lehrt. Tausende von Medienarbeiter*innen sind in der Türkei Erdogans verfemt, entlassen, bedroht, über 150 im Gefängnis, darunter nun auch der angesehene Reporter der Springerschen „Welt“, für dessen Freilassung selbst der Spiegel (28.02.17) Partei ergreift. Der Pakt über die Millionen Flüchtlinge zwischen der EU und der Türkei hält trotz Referendum über die Autokratie und der Verfolgung (noch). We will see!

März 1917

Das Millionenheer der für „unsere Sicherheit“ zuständigen Dienste, nach den Anschlägen in Westeuropa materiell und juristisch aufgerüstet, zerschlägt effektiv in unzähligen Razzien und Zugriffen alles, was nach IS riecht. Nur mehr isolierte Einzelne sind zufällig in der Lage, sich zu opfern. Am Pariser Flughafen Orly wurde am 18. so ein „Ich bin da, um für Allah zu sterben“ (tagesschau.de) Rufender erschossen. Pünktlich zum Jahrestag der Brüsseler Attentate greift ein 52jähriger Brite ohne Verbindung zum IS per Privat-PKW das Parlament an. Ansonsten genießen die Europäer das Ende des Winters.

Die masive Offensive gegen alle von al-Qaida/IS noch kontrollierten Territorien geht sich steigernd von Monat zu Monat weier. Tausende Fluggeräte und hunderttausende Soldaten und Kämpfer sind im Einsatz. Die diversen Kriegsfronten produzieren so Flüchtlinsleid ohne Ende und all die, die nichts mehr zu verlieren haben, treiben unseren Innenpolitiken den Schweiß auf die Stirn, was denn da auf uns zukommen möge und der Ruf nach mehr Lagern findet Gehör.

Dies ist oft prognostiziert. So auch die Zunahme von Anschlägen rund um die Kriegszonen, wovon die meisten im Dunkeln unserer Medien bleiben. Ein Beispiel. Auf dem Sinai sterben mind. 10 Soldaten durch Bomben am Straßenrand. Im Fokus steht nun weiter Mossul, wo seit Februar die „Allianz der 68 gegen den Terror“ den dem IS verbliebenen Westteil der Stadt mit seinen 400.000 verbliebenen Bewohnern zu erobern trachtet. Der IS und die Iraker verüben Gräuel wie gehabt an der Bevölkerung, die auch in Tikrit und Bagdad durch Bomben des IS außerhalb des unmittelbaren Kampfgebietes leidet  In Syrien erzielen die Regierung (bei Homs) und die Syrisch-Demokratischen Streitkräfte SDF unter Führung der von den USA unterstützten kurdischen „Terroristen“ im Kämpf um die IS-Hochburg Raqqa steten Landgewinn, bedroht durch die Zerstörung des Rieseneuphratstaudammes von Tabka westlih von Raqqa. Der IS, stark immer noch zu überraschenden Initiativen, greift mit Selbstmordattentätern Vororte der Innnstadt von Damaskus an. Wie erbittert die Kämpfe sind, zeigt die Meldung, dass bis jetzt allein in Syrien 2.000 „Freiwillige“ aus dem Iran den Heimweg im Sarg antreten mussten (.n-tv.de, 07.03.) Im „safe havon“ Afghanistan/Pakistan greifen zum Monatsanfang Dschihadisten das Innenministerium, eine Polizeiwache und spektakulär das Militärkrnkenhaus in Kabul mit zig Toten an. Zum Monatsauslang attakieren im Süden bei Kandahar Aufständische die Armee – die Kämpfe im Land kosten allein 2016 an die 20.000 Tote und Verletzte aus den Militär- und Polizeireihen (n-tv.de, 28.03.) Fern in Zentralafrika befreien Truppen aus Nigeria und Kamerun Tausende Gefangene aus den Händen der Boko Haram, über eigene Verluste wird geschwiegen. Afrika ist trotz gegenteiligem Bekunden weiter ein großer blinder Fleck in unserer Wahrnehmung.

Viele kleine Meldungen aus Israel, dem Jemen oder zur neu aufflammenden Piraterie vor den Küsten Somalias verdunkeln mehr als sie erhellen. Wenn in North Carolina oder.im heimatlichen Düsseldorf einzelne Männer in schlechter IS-Tradition zum Hackebeil greifen, so spricht dies mehr über die allgemeine Verrohung als so manche Terrormeldung. Eine wahre Katastrophe verkündet zum wiederholten Male die UN und warnt vor 20 Millionen Hungertote im Südsudan, Somalia und Jemen. Die Kombination aus selbstgemachten Kriegen und gottgegebener Dürre, dem Wetter“phänomen“ El Nino und der Klimaveränderung zuzuschreiben, droht immer weitere Gebiete im Trikont zu verschlingen. Die staatlichen Krisen – von Südkorea über Mazedonien, Rumänien, Paraguay und dem Land des „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ Venezuela (kleine Auswahl) – betreffen nun auch die Nato und die EU. Nicht der nun von der PM May ausgesprochene BREXIT ist gemeint, sondern das sog. Referendum Mitte April in der Türkei, wo der neue Pascha Erdogan Millionen Landsleute in der Diaspora aufeinander hetzt. Die Nato- wie die angestrebte EU-Mitgliedschaft mit allen Konsequenzen von der Frlüchtlingsfrage bis hin zum großen Krieg im Nahen und Mittleren Osten werden neu bestimmt und – so die große Frage „Wie weiter mit Putin“. In der Ostukraune findet trotz allseitiger Friedensbeteuerungen der alltägliche Kleinkreg mit schweren Waffen statt. Auf niedrigem Niveau des Krieges sind beide Seiten, Kiew und die Nato einerseits, Moskau und die Seperatisten anderersets, in Vorbereitung der finalen Eskalation. Und was macht unser Trump? „62 Tage im Amt, an zwei Tagen nicht gelogen.“ „247 Mal die Unwahrheit“ gesagt (n-tv.de, 22.03.). Wir haben, welcher Trost, zwar staatlich verordnet keine Lügenpresse, sondern nur einen lügenden US-Präsidenten. Na denn!

15. Mai 2017

Die Kriege an der scheinbaren Peripherie der westlichen Ziilisation dringen nur sporadisch und wie durch das Wasserglas verzerrt in unsere der reinen Wahrheit verpflichteten Medien und so in unsere Wahrnehmung. Syrien, Putin Land, wird weitgehend befriedet, da entsetzt und empört ein Giftgasangriff im nordsyrischen Chan Sceichun mit über 80 Opfern die Welt und D. Trump, ohne eine unabhängige Untersuchung abzuwarten, feuert eine Breitseite Marschflugkörper auf einen nahe gelegenen Luftwaffenstützpunkt der Regierung. Auch der IS kontert und Selbstmordattentäter greifen ein kurdisches Flüchtlingslager an. In Mossul, dessen Fall vollmundig alle Vierzehntage verkündet wird, das moderne Stalngrad, wo in den IS-kotrollierten westlichen Stadtteilen hunderttausende Zivilisten ein apokalyptisches Martyrium erleiden, tobt ein „Kampf der Infanterie“ (Tagesschau, 21.04.2017), d.h. einige hundert IS-Fanatiker gegen hunderttausend Angreifer. Der asymetrische Krieg zwingt in Afghanisten durch spektakuläre Aktionen des IS und der Taliban die primär von den USA unterstützeten Regierungskräfte in die Defensive und zur Aufgabe immer mehr Landes. So explodiert eine Bombe in der Hochsicherheitszone Kabuls nahe der US-Botschaft und in Nord-Afghanistan greift ein kleines IS-Kommando Ende April eine große Kaserne nahe dem Lager der deutschen „Mission“ an, 300 (!) Regierungssoldaten sind tot oder verwundet. D. Trump zeigt die Macht der USA und befiehlt den Abwurf der stärksten nichtatomaren „Mutter aller Bomben“ (tagesschau.de, 14.04.2017) auf ein Höhlensystem. Die IS-Kämpfer werden in unbekannter, aber sehr hohen Zahl pulverisiert. Im angrenzenden Beluschistan/Nordost-Pakistan – weiteres Expansionsgebiet des IS – kommen hunderte Menschen seit Jehresbeginn bei Anschlägen ums Leben (siehe n-tv.de, 05.04.2017) Zu und um Ostern mordet der IS in Ägypten munter koptische Christen und greift deren Kirchen an. Ausnahmezustand. Am Karfreitag tötet ein Palästinenser einen jungen Briten mit einem Messer – ein weiteres Beispiel unter vielen für den Tatendrang junger Männer im Dienste des einzigen Gottes. Eine Woche zuvor kam mal wieder ein Auto als Waffe zum Einsatz und im Westjordanland ein Israeli zu Tode. Afrika, der geschundene Kontinent und erklärtermaßen Schwerpunkt der EU, wird zwar breit in den Medien anhand von Hungersnot, Seuchen – Cholera, Ebola im Kongo – ,Staatenzerfall und Kriegen bedauert, konkrete Berichterstattung kommt jedoch kaum vor. Das Rätsel Boko Haram steht für den ultimativen Schrecken: „Nun berichtet Unicef, dass die afrikanische Terroristengruppe immer öfter Kinder zwingt, Selbstmordanschläge zu verüben. Demnach sprengten sich in den ersten drei Monaten des Jahres 27 Kinder an öffentlichen Plätzen in Nigeria und Nachbarstaaten in die Luft.“(n-tv.de, 12.04.2017) In Libyen, dem Ausgangstor für die Flüchtlinge – „Viele geraten in die Hände von Menschenhändlern. Zeugen berichten von Folter, Erpressungen und Mord.“ (ebda..) – nach Italien, stehen diverse westlich hoffierte Banden dem IS in nichts nach. In Somalia, dies ist dann doch die Meldung wert, wird zum ersten Mal seit 25 Jahren ein US-Soldat (!?) getötet. „Er starb bei einem Einsatz gegen die radikalislamische Al-Shabaab-Miliz westlich der Hauptstadt Mogadischu.“ (tagesschau.de, 05.05.2017)
Diese erste Frühjahshälfte verschonte auch Europa – ganz im Gegenteil – nicht vorm Schrecken des Terrors. Ein Attentat auf die St. Petersburger U-Bahn forderte 14 Tote. Es heißt: „Aus dem Nordkaukasus haben sich Hunderte Männer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen.“ (n-tv.de, 04.04.2017). Bei einem LKW IS-Anschlag in Stockhom; vier Tote und zahlreiche Verletzte. Am 10. erfolgt ein Bombenattentat auf den Dortmunder Fußballclub. Offensichtlich krimineller Hintergrund. Last not least stirbt in der Ostukraine ein OSZE-Beobachter durch eine Mine und im unerklärten Cyber-Krieg der Geheimdienste und Gangster gibt es am 13.05. eine beispiellose weltweite Blockierung sensbler Computersysteme. Der Terror hat immer mehr Gesichter!
Das Feld der Politik – kriegsbegleitend sozusagen – stand im „Jahr der Wahlen“ im Frühjahr ganz im Vordergrund. (s. u.) Und da beging die Medienmeute am 29.04 ausufernd, gehässig und öffentlichkeitswirksam die ersten 100 Tage des US-Präsidenten im Amt. Zur Monatsmitte im Mai diskutiert mensch schon ein mögliches Amtsenthebungsverfahren des Donald Trump. „Die Hunde bellen, und die Karawane wird weiterziehen! Dies dürfte auch für die gespielte Aufregung um die Enttarnung einer neonazistischen Terrorzelle in der Bundeswehr gelten. Unsere Soldat*innen waren und sind doch von der brauen Vergangenheit gefeit und mit Herz und Verstand einer „Parlamentsarmee“ verpflichtet. Nun denn …

PS: Im „Krieg gegen die Drogen“ tut sich widersprüchliches. Während auf den Philippinen der von Präsident Duterte erklärten Ausrottungspolitik gegen Dealer ud Junkies 7.000 Menschen in kurzer Zeit zum Opfer fallen, verkauft Uruguay Cannabis in den Apotheken.

Hintergrund

Zum „Debakel“ und zum Sieg „Europas“ über die Rechtspopulisten sollte dieser Wahl-Frühling nach herrschender Ansicht werden, zur großen Volksabstimmung gegen die Extremisten von Rechts bis Links.. Nachem angeblich – trotz riesiger Stimmengewinne – in den Niederlanden der dortige EU-Feind und Moslemhasser Wilders in die Schranken gewiesen worden war, ging es in Frankreich und Deutschland um die zwei wichtigsten Kernländer der durch den Brexit geschockten EU. Die Ouvertüre der Schlacht um unser aller Zukunft in der (neoliberal-reaktionären) Wertegemeinschaft Europa war das sog. Referendum Erdogans am 18. April über die Installierung einer neuen Paschatums in der Türkei. Trotz einer vorbildlosen Kampagne in der EU waren es gerade die in Deutschland lebenden Türken der zweiten oder dritten Generation, die mit 63% Zustimmung den knappen Gesamtsieg des starken Manns am Bosporus ermöglchten. Die Kurd*innen und linken Türken verloren trotz allem Heroismus. Eine Wiederauflage des Osmanischen Reiches geht voran.
Schlag auf Schlag ging es weiter. Am 23. April fand die erste Runde der frz. Präsidentenwahl statt Drei starke Lager formierten sich. Marine le Pens Front Natioanal, „des Teufels Tochter“ (ARD), errang 21,3%, der neoliberale proeuropäische Macron mit seiner neueen Bewegung „En marche!“ den knappen Sieg mit 24,01%, der rechte Kandidat Fillion kam auf 20,5% und der Kandidat der Linken Mélenchon 19,5% und damit zu einem historischen Sieg über die Sozialisten. Zum zweiten Wahlgang am 07. Mai verbündete sich alles, was für die Republik an Seiten von Angela Merkel steht und Maccron triumphierte über le Pen (66 zu 34%). Die Linke ging entweder nicht zur Wahl, gab ungültige Stimmzettel ab oder wählte unter Protest Macron. Etwa 11 Mio Stimmen sind sowohl der radikalen Rechten wie Linken zuzuordnen. Das relative Übergewicht des „alten“ zersplitterten Frankreichs der Eliten muss nun aber bei den Parlamentswahlen Anfang Juni sich erst noch zukunftsträchtig erweisen. Le Pen und die Linke werden so oder so die zukünftigen sozialen Kämpfe um die Merkelsche Zurichtung Frankreichs, dessen Wettbewerbstauglichkeit, entscheiden. Bei den „richtungsentscheidenden“ Landtagswahlen in Schleswig-Holstein (07. Mai) und in NRW (14. Mai) setzte sich der Niedergang der europäischen neoliberal gewendeten Sozialdemokratie wie schon in Holland trotz des „Heilsbringers“ Schulz zur Freude des rechten Lagers von CDU und FDP fort, welches deutlich gewann. Die SPD steht vor dem selbstverschuldeten Scherbenhaufen der Abgrenzung gegen links. Und die Neue (alte) Rechte AfD? Stabil weit über der 5%-Hürde, zu „Loosern“ wie die Linke von denjenigen erklärt, die einen neuen neoliberalen Aufbruch in den kriegsbewegten Zeiten wollen, geht die AfD unter dem starken Mann Alexander Gauland frohen Mutes in die Bundestagswahl im September. Inhaltich formiert sich eine ganz große GroKo aus CDU/CSU, SPD, FDP und Teilen der B90/Grünen. Rot-Rot-Grün hat in dieser Republik (noch) keine Perspktive. Noch, denn der Höhenflug der deutschen Ökonomie wird in der nächsten Krise abrupt beendet werden.

Nachsatz

Auf der koreanischen Halbinsel, wo jederzeit die Waffen wieder sprechen können, brachte die Präsidentenwahl in Seoul am 9. Mai die auf Aussöhnung mit Kim Jong Un bedachten oppositionellen Kräfte an die Macht. Ein Hoffnungsschimmer in trüben Zeiten!

11. Juni 2017

Der Frühling neigt sich zum Ende und verabschiedet sich mit einem blutigen Anschlag am 22. Mai auf ein Riesenrockkonzert in Manchester/UK mit dutzenden Opfern gerade unter Kindern und Jugendlichen. Und der Sommer beginnt mit einem Auto- und Machetennangriff auf der London Bridge des IS. Europa. Nach den drei IS-Attacken gegen das UK liegen die Nerven blank. Deutschland tritt nun offiziell in den Krieg der „Anti-Terror-Koalition“ gegen den Dschihad ein.“Wir“ sind damit nun im Kriegszustand. Nach drei Anschlägen binnen dreier Monate gerät die konservative britische Regierung bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am 08. Juni folgerichtig unter Druck.

Von den militärischen Hauptfronten des IS – Jemen. Kabul, Mossul, Raqqa, Sahara, Somalia – und des neuen Kampfplatzes Mindanao/Philippinen sind weiterhin schwerste Gefechte zu vermelden.

Welche Strategie der IS verfolgt, scheint unseren think tank-Denkern nur zu langsm klar zu werden. Ihre Überlegungen sind immer taktischer Art, d.h. sie reagieren auf konkretes Tun des IS. Wenige Ausnahmen gibts. Der dt. Michael Lüders sei hier genannt. M.E. will der IS nun nicht ein „virtuelles Kalifat“ errichten, dies ist wiederum nur ein taktisches Element, es geht ihm darum, durch aufopfernden Heldenmut angesichts der Übermacht der westlichen Zivilisatoren Vorbild für abermillionen Moslems zu werden, die eigenen Reihen schneller zu vergrößern als Verluste entstehen. Die angestrebte Kampffront ist nun die ganze Welt mit ihren vielfältigen Aspekten, von der Verteidigung und Eroberung von Territorien, der exzessive Massenterrors hin zur Destabilisierung weiterer Staaten – erfolgreich durch die Zunahme der staatlichen Repression im Anti-Terror-Krieg – und von kreativen symbolischen Aktionen Einzelner oder von informellen Zirkeln. Der Krieg des IS wird in allen Dimensionen schrankenlos!

Im Irak wird der Terror außerhalb des Territorialkalifats auf die schiitischen Städte (z.B. Bagdad ist mehrfch Ziel von Großanschlägen am 29./30. Mai 2017, n-tv.de) systematisch ausgedehnt und die Zerrüttung des Kolonialgebildes Irak (siehe forcierte Unabhängigkeitsbestrebungen der kurdischen Barsani-Fraktion) durch das Versagen der US-hörigen Zentralregierung in Mossul begünstigt. In Syrien bombt die „Koalition“ munter und die zivilen Leichenberge im Osten des Landes (bis zu 100 Tote, tagesschau.de, 26.05.2017) wie in der IS-Hochburg Raqqa (mind. 17 Tote, n-tv.de 09.06.2017) wachsen und beflecken den Vormarsch der kurdisch-arabischen SDF. Die Mutterorganisation PKK nimmt den Abschuss eines türkischen Hubschraubers mit 13 toten Militärs für sich in Anpruch. Unter den Toten ist auch der Kommandeur des Anti-Terror-Krieges in der Südost-Türkei. In Afghanistan, wohin der IS in alter Frische zurück gekehrt ist, kommt mal eine deutsche Missionarin ums Leben (tagesschau.de, 21.05.2017), dann äußerst spektakular ein Tanklasteranschlag mit enormer Sprengkraft vor der dt. Botschaft mit über 100 Toten (tagesschau.de 31.05.2017) unf folgerichtig ein Anschlag drei Tage später auf die Beerdigung (ebda., 03.06.2017). Deutschland wird nicht nur am Hindukusch verteidigt, es stirbt sich dort auch leicht für die ferne Heimat. Durch die Zerstörung eines Teils des Botschaftsgebäudes gibt es nun aber vorerst keine Abschiebungen abgelehnter „Asylbetrüger“ mehr nach Kabul.

Das neue alte Operationsgebiet der Moslemrebellen – neu, da die Mitgliedschaft beim IS beantragt wird – ist die Insel Mindanao auf in Südphilippinen, wo die Großstadt Marawi (Meldung 26.05.2017, tagesschau de) von starken Verbänden überrant wird und Zigtausende auf der Flucht sind. Die Armee schickt 10.000 Soldaten in den Kampf, der von der US-Luftwaffe begleited wird, unzählige Tote fordert und bei Niederschrift dieser Zeilen anhält. Am 02.06. greift begleitend ein Kommando eine Hotel- und Casinoanlage in der Hauptstadt Manila mit Dutzenden Toten an. (n-tv.de.) Alt sind als Ziel des IS die koptischen Christen in Ägypten. Lt. Tagesschau.de vom 26.04.2017 sterben 28 Pilger auf dem Weg nach Libyen. Alt ist ein Hammerangriff in Paris vor Notre-Dame, spektakulär neu und erstmalig ein IS-Kommandoangriff gegen das Parlament und den Schrein vom Revolutiosführer Ayatollah Khomeni in Teheran. (alle Medien, 07.08.2017)

Politisch wichtig ist die neue Rolle unserer Angela Merkel als Führerin der freien Welt, da Donald Trump zwar sehr erfolgreich in Saudi-Arabien die „Bestien des Krieges“ losgelassen hat, aber seit Aufkündigunng des Vertrags zur Klimaveränderung endgültig der Paria der westlichen Wertegemeischaft ist. Wie erfolgreich Trump offensichtllich seine Reihen befördert, zeigt sich, als die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Bahrain und Saudi-Arabien ihre diplomatischen Beziehungen zu dem Golfstaat Katar kappen und den reichsten Staat der Welt die Land-, See- und Luftwege schließen. (Zeit-0nline, 05.06.2017) Die Türkei wiederum untrstützzt Katar mit 3.000 Mann einer schnellen Eingreifgruppe. (Zeit-online, 05. und 08.06.2017) Neue Kriegswolken ziehen auf. Jetzt in diesen Zeiten geraten nun auch alte Brüder aneinander und neue Allianzen und Fronten drohen. Arme dt. Politiker*innen, die überall ihre Aufgabe darin sehen, die Wogen zu glätten und Konflikte zu entschärfen.

15. Juli 2017 und (vorläufiges) Beendigung

Mitte Juli – bei Niederschrift dieser Zeilen – sind, ich betone dies nachdrücklich zum wiederholten Male,.“alle Messen gesungen“. Zum Abschluss in chronologischer Form nachstehend einige Meldungen zum Kriegsgeschehen, wie immer aus der bürgerlichen Presse, da heute mehr denn je gilt, dass die „herrschende Meinung die der Herrschenden“ (Karl Marx) solange bleibt, wie es dem Volk und den unterdrückten Klassen nicht gelingt, die „Meinungsführerschaft“ in der Gesellschaft zu erobern.

11. Juni: „Insider-Attacke“.Bei einem gemeinsamen Militärmanöver tötet ein afghanischer Soldat drei US-Soldaten. (spiegel-online)
15.: Somalia. 12 Tote bei Anschlag und Geiselnahme in einem Restaurant in Mogadischu. (ebda.) Anschlag auf republikanische Politiker in Virginia, fünf Verletzte. (ebda.) Bei einem Anschlag auf eine Moschee der Hasaraminderheit in Kabul werden mind.sechs Menschen durch den IS getötet. (tagesschau.de)
16.: Im Osten Chinas Anschlag auf einen Kindergarten. Tote und viele Verletzte.(Welt.de) In der Jerusalemer Altstadt greifen drei Palästinenser israelische Sicherheitskräfte an. Eine Polizistin stirbt. (tagesschau.de)
18.: Explosion in einem Einkaufszentrum des kolumbischen Bogotas. Drei Tote. Bogotás Bürgermeister Enrique Peñalosa machte die Nationale Befreiungsarmee ELN verantwortlich.(ebda.) Terroristen greifen eine internationale Hotelanlage in Malis Hauptstadt Bamako an und töten mind. zwei Gäste. (ebda.)
19.: Die britische PM May verurteilt den LKW-Anschlag auf Muslime in London. Ein Toter, Verletzte. (ebda.)
20.:Bombenexlosion ohne Opfer auf Brüsseler Zentralbahnhof. (n-tv.de) DR Kongo – nach Schätzung der kath. Kirche starben binnen acht Monate etwa 3.400 Menschen bei Unruhen. (tagesschau.de). In Kabul sterben acht Wachleute der US-Basis auf dem Weg zur Arbeit. (n-tv.de) Im Norden Frankreichs stoppen Migranten durch Baumstämme auf der Fahrbahn einen polnischen LKW zu heftig. Der Fahrer stirbt. (ebda.)
21.: Hunderte islamische Rebellen überrenen ein Dorf auf Mindanao/Philippinen und griefen einen Militärposten an. (tagesschau.de)
22.: Bei einem Autobombenanschlag auf eine Bank in der afghanischen Provinz Helmand sterben viele Soldaten und Polizisten und „tragen zur tiefen Demoralisierung der Streitkräfte bei.“ (ebda.) Auf dem Flughafen von Flint im US-Staat Michigan sticht ein Angreifer einen Polizisten nieder. „Die Behörden gehen von einem Einzeltäter aus.“ (ebda.)
24.: Anschlagsserie in Pakistan kostet Dutzende Menschen das Leben. (spiegel-online) In Mekka versuchter Anschlag auf die Große Moschee. 11 Tote. (n-tv.de)
27.: Bei Kämpfen mit der Islamistengruppe Boko Haram kommen acht Soldaten aus dem Tschad auf Inseln im Tschadsee ums Leben. (tagesschau.de)

02. Juli: In der syrischen Hauptstadt Damaskus sterben mindestens 20 Menschen bei einem Selbstmordanschlag. (ebda.)
03.: Vor den Toren der vom IS besetzten westirakischen Stadt Kaim tötet in einem Flüchtlingslager ein Selbstmordattentäter 14 Menschen. (ebda)
05.: In einem Wohnhaus in Linz werden die Leichen eines Ehepaars gefunden. „Der Tunesier wollte nach eigenen Angaben ein Exempel an der Gesellschaft statuieren.“
07.: Bei einer Serie von Angriffen und nachfolgenden Gefechten auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel werden zahlreiche Soldaten getötet oder verletzt. Zu den Toten zählte ein ranghoher Spezialkräfte-Offizier. (tagesschau.de)
09.: Die kenianische Regierung verhängt wegen anhaltender Angriffe von al-Schabaab für drei Bezirke des Landes eine nächtliche Ausgangssperre. (spiegel.de)
10.: Rückeroberung von Mossul nach neun Monaten. (diverse Medien)
12.: Bei einem Angriff von Boko Haram auf einen Militärkonvoi strben u.a. drei nigerianische Soldaten.(Faz.de)
14.. Drei Attentäter töten in unmittelbarer Nähe des Tempelbergs zwei israelische Polizisten. „Seit Oktober 2015 wurden bei einer Gewaltserie in Israel und den Palästinensergebieten mehr als 280 Palästinenser, 42 Israelis und sieben Ausländer getötet.“ (tagesschau.de)
15.: Zwei deutsche Tote, vier Verletzte: Das ist die Bilanz des Messerangriffs am Strand des ägyptischen Badeortes Hurghada.

Schlussbilanz

Seit dem dritten Golfkrieg 2003 am Netz – never field- und immer nur desk research der deutschen bürgerichen „Lügenpresse“ – entwickelten sich zögerlich und mit langen Pausen die Kriegstagebücher oder die kritisch das Kriegsgeschehen reflektierenden Notizen vom Kriege. Nun Mitte Juli 2017 jährt sich der Jahrestag des verhinderten kläglichen Putsches in der Türkei zum ersten Mal und der neue Pascha Erdogan begehrt im Sinne einer neuen Großmacht absolute Macht für sich und den Islam. Die neue Supermacht VR China schafft milliardenschwere Tatsachen entlang der neuen Seidenstraße zu Lande und zu Wasser. Geostrategisch hervorgehoben eröffnet es am Horn von Afrka in Dschibuti ihren ersten Überseestützpunkt und endsendet Soldaten zum Schutz von UN-Missionen und eigener Interessen auf dem schwarzen Kontinent der Zukunft.

Auf dem G-20 Gipfel in Hamburg am 7./8. Juli kommt es zum Protest gegen die Weltordung der versammelten Häupter. Kanzlerin Merkel als anerkannte neue Führerin der Freien Welt, da D. Trump ausschert, im Einklang mit dem Kameraden Macron aus Frankreich angetreten, die Weltmacht „Kerneuropa“ + Vasallenstaaten + alten Connektions zu lenken, ist nun auf dem vorläufigen Gipfelpunkt der Macht. Die zweite europäische Macht, Putins Russland, zeigt gerade in Syrien und der Ostukraine dem Westen seine Grenzen auf, eine neie alte Supermacht konsequent aufbauend.
Nocheimal ein paar Sätze zum Nahen und Mittleren Osten. Der Westen einschließlich Israel kämpft scheinbar erfolgreich gegen den IS, der seine letzten Hochburgen verloren hat oder in absehbarer Zeit verlieren wird. Israel ordnet weiter entschlossen sein Heiliges Land und der Erzfeind Iran scheint isoliert.. Aber: Wie Nordkorea gewinnt der Iran durch die ihm entgegengebrachte Feindschaft an innerer Stärke. Der IS mag tausendfach als besiegt erklärt werden, Fakt ist dass Dutzende Dschihadistengruppen von Mauretanien bis zu den Philippinen dem Kalifat nun die Treue schwören. Der „Krieg gegeen den Terror“ ist so nicht zu gewinnen. Je mehr die Widerspüche bedingt durch die Möglichkeiten der IndRevolution 4.0 weltweit zunehmen, desto größer die soziale und politische Bedrohung der Völker, auch in Mitteleuropa. Es kann m.E. nur dann optimistisch in die Zukunft geblickt werden, wnnn ein großes Bündnis der subalternen Klassen und Schichten im Geiste der Vernuft, Humanität und Rationalität sich aufmacht, für sich eine „andere „Welt“ zu erobern, deren Konturen sich bis jetzt nur verschwommen zeigen. Noch ist die „Unheilige Allianz“ aus feudalen Adligen, Finanzoligarchen und Militärisch-Industriellem Komplex in der Vorderhand.

Für mich ist es an der Zeit, meine beschränkte Lebenszeit nun auf anderes zu fokusieren. Hierzu gehört politische Arbeit im weiten Sinne. Die Kriegstagebücher werrden durch den Zwang der Ereignisse – z.B. Krieg zwischen führenden Staaten – fortgesetzt, so mir meine Gesundheit dies erlaubt

 

Venceremos!