Unternehmen „Barbarossa“

Der Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion und der Kriegsverlauf 1941-45

I. Am Vorabend der Götterdämmerung

Prolog

Hittlers Kriegsabsicht zur Revanche des verlorenen 1. Weltkrieges stand früh in Grundzügen fest („Mein Kampf“, 1923) und bereits 1933 kurz nach der Machtergreifung stimmte er seine Kriegspläne mit der Führung der durch den Versaliller Vertrag gefesselten Reichswehr („100.000 Mann-Heer“) ab. Im Sommer 1940 war die durch die Geheimprotokolle im Anhang des Molotow-Ribbentrop-Freundschaftsvertrages vom Ende August zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion getroffene Aufteilung und Neuordnung Mittel- und Südosteuropas vollzogen und auch der Grenzverlauf zwischen der UdSSR und Finnland im Gefolge des Winterkrieges 1939/40 in Karelien hatte sich durch Gebietsabtretung Finnlands verändert (siehe die entsprechenden Stichworte bei http://www.wikipedia.org). Auf Kosten der Anrainerstaaten hatten sich die Westgrenzen der SU bis hin zum Bug und zur Donau verschoben.

stalinHitlers Feldzüge gegen Polen, binnen drei Wochen wurde die auf einen deutschen Angriff vorbereitete zahlenmäßig starke, aber technisch hoffnungslos unterlegene polnische Armee zerschlagen; im Norden Dänemark kampflos besetzt, Norwegen in einer großen See-Luftoperation trotz britisch-französischer Gegenoperationen siegreich und mythenbildend (Narvik) erobert; im Westen Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich trotz britischem Expeditionskorps und personell-technischer Überlegenheit binnen sechs Wochen dank dem Zusammenspiel von Panzer- und taktischen neuartigen Luftkampfverbänden bei sehr geringen eigenen Verlusten überrollt, Revanche für „Schande von Versailles“ und 300.000 Briten in den Kanal bei Zurücklassung gesamten Materials geworfen; im Südosten Europas Jugoslawien fast kampflos zerschlagen und Griechenland bei Vertreibung des britischen Korps nach Ägypten relativ verlustreich (Kreta großer Fallschirmjägereinsatz), aber sehr schnell trotz britischer Seeherrschaft) einverleibt und selbst in Nordafrika (Afrikakorps von Rommel) siegreich auf dem Vormarsch schienen durch den Frieden im Osten abgesichert. Der „Blitzkrieg“ war geboren.

Aus den Todfeinden „Kommunismus“ und „Faschismus“ waren Partnern (auf Zeit) geworden. (1)

1.0 Deutsche Kriegsplanung gegen die Sowjetunion

Unmittelbar nach Beendigung des Westfeldzuges beauftragte Hitler am 31. Juli 1940 die militärische Führung mit der Planung der zukünftigen strategischen Aufgaben und erließ am 18 Dezember 1940 als Oberster Befehlshaber der Wehrmacht auf Basis der Studien die Weisung Nr. 21 zum Angriff auf die Sowjetunion bis Beginn des Sommers 1941. Endziel sei das asiatische Russland hinter die Linie Astrachan-Archangelsk dauerhaft zurück zu drängen und den Kern europäisches Russland zu unterjochen. Die Wehrmachtführung wollte den Kriegszugzug bis zum Wintereinbruch beenden. 50 bis 60 Besatzungsdivisionen sollten im Land verbleiben und mit winterfesten Ausrüstung ausgestattet werden.

Drei große deutsche Heeresgruppen (Nord, Mitte, Süd + Armeekommando Norwegen)  sollten im Bündnis mit unterstellten verbündeten Staaten (Finnland, Rumänien, Italien, Ungarn, Slowakei, Kroatien, Spanien sowie 1941 bereits über 40.000 weitere Freiwillige) den „europäischen Kreuzzug gegen den Bolschewismus“ und die „neue rassische Ordnung“ (siehe wiederum wikipedia.org) vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer zum Erfolg führen, wobei der Schwerpunkt auf schnelle und gepanzerte Verbände im Zusammenspiel mit quantitativ und qualitativ überlegenen Luftstreitkräften, vgl Westfeldzug, gelegt wurde. Mehrere Tausend Flugzeuge aller Gattungen waren in vier Luftflotten vereint, wobei jeder dt. Heeresgruppe eine zugeordnet wurde und die kleinste vierte Einheit in Nordfinnland und -norwegen den Angriff auf die wichtigen Häfen Murmansk/Archangelsk zu unterstützen hatte.

1.1 Die Vorbereitung der Vernichtung hinter der Front

Im März 1941 übertrug Hitler dem Reichsführer SS die Aufgabe, mit vier besoderen, jeweils etwa 1.500 Mann starken Einsatzgruppen im Gefolge des Vormarsches alle „radikalen“ und „jüdischen Elemente“ zu vernichten. Im sog. Kommissarbefehl verpflichtete Hitler die Generalität in einem Vortrag zur Ausrottung der kommunistischen Führungselite des „Bolschewismus“. Mit diesen verbrecherischen Befehlen plante der dt. Faschismus den Deutsch-Sowjetischen Krieg als Vernichtungskrieg neuen Typus. Dazu gehört auch ganz im vertrauten Stil die Ernährung der Truppe aus dem Land selbst – wie im 30jährigen Krieg ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Im sog. Generalplan Ost war vorgesehen, Zigmillionen Sowjetbürger hinter den Ural zu deportieren und den deutschen Herrenmenschen millionenfach Land und Sklaven zuzuweisen. (2)

2.0 Sowj. Verteidigungsvorbereitungen

Paris1937Nach der Machtergreifung Hitlers und der Beendigung der geheimen Zusammenarbeit mit der Reichswehr war die Strategie der SU ab 1934 auf eine Vorwärtsverteidigung ausgerichtet: Einem Angriff sollte mit offensiven Gegenschlägen begegnet, der Kampf auf dem Gebiet des Gegners siegreich beendet werden. Nach der Aufteilung Mittel- und Südosteuropas gemäß den geheimen Plänen des Hitler-Stalin-Paktes vom August 1939 und den Gebietsgewinnen in Karelien durch den Winterkrieg 1939/40 mit Finnland, begründet durch die Sicherheitslage Leningrads, hatte sich die Westgrenze der SU mehrere hundert Kilometer nach Westen verschoben.

Von Februar bis Juli 1941 wurden beschleunigt Truppen und neues Kriegsgerät den westlichen Militärbezirken zugeführt und Kommandostrukturen mehrfach geändert. Stalin hoffte darauf, dass die Rote Armee nicht vor 1942 einem deutschen Angriff standhalten müßte.Besonders schwerwiegend waren die durch die „Säuberungen“ 1936 bis 1938 entstandenen Lücken im Offizierskorps. (3) Vielfältige Geheimdienstwarnungen wurden als lancierte Meldungen des britischen Geheimdienstes missachtet. (4)

  1. siehe diverse Artikel zur Geschichte der Systemauseinandersetzung in Europas von 1919-91.auf projekt3kw.wordpress.com
  2. vgl. entsprechende Stichworte bei de.wikipedia.org
  3. Angeblich, um einem Militärputsch zuvorzukommen, wurden im Gefolge der Terrorwelle der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre bis zu 80% der Kader aus Armeeführung und Offizierskorps ermordet oder in den Gulag geschickt.
  4. Dr. Sorge arbeitete als Jornalist getarnt in Japan und lieferte der SU u.a.den Zeitpunkt und die Stärke des Überfalls vom Juli 41, siehe Stichwort auf de.wikipedia.org

II .Das Disaster – die ersten Kriegswochen

3.0 Das Kräfteverhältnis am ersten Kriegstag

Über drei Millionen Soldaten des deutschen Ostheeres, verteilt sich auf 150 Divisionen, darunter 20 teilweise mit überlegener Militärtechnik ausgerüstete Panzerdivisionen (PKW III und IV, 250 Sturmgeschütze). Die mit Hitler Verbündeten Staaten (Finnland, Italien, Rumanien, Slowakei, Ungarn, etwas später „Blaue Division Spaniens) stellten 700.000 Soldaten. Dazu kamen Ausländer in den SS-Einsatzgruppen Diese Kräfte gliederten sich in drei Heeresgruppen (Nord, Mitte, Süd) mit zusammen zehn Armee-Oberkommandos und vier Panzergruppen (zwei davon in Mitte). Über 600.000 Kraftfahrzeuge (zumeist im Westfeldzug erbeutet) und 625.000 Pferde sind noch zu nennen. Diese stärkste Angriffsarmee in der unendlichen Geschichte der Kriege bekam ihren „modernen Charakter“ jedoch erst durch die ihr unterstellten kampferprobten Luftstreitkräfte, deren absolute Zahl nicht entscheidend war, aber über qualitativ und taktisch hervoragend geführte Flugzeugtypen verfügte (Ju87 „Stukas“, He 111 und Ju 88 Bomber, Me 109 Jäger und Jagdbomber).

Von den Soldaten und der schieren Anzahl der Militärtechnik, Artillerie, Panzer und Flugzeuge her betrachtet war die Sowjetunion auf den Angriff der Achsenmächte vorbereitet. Allerdings mehr schlecht als recht. Zwar standen allein in den westlichen Militärbezirken der Sowjetunion etwa 3,0 Millionen Rotarmisten, viele davon in der Verlegung nach vorne und deshalb kaum kampffähig, anhand der riesigen Zahl an Militärflugzeugen zeigt sich das ganze Dilemma, das in ein beispiellosen Disaster münden sollte. Die in selbständige Regimenter gegliederten und zersplitterten Luftstreitkräften verfügten zwar 1941 über eine begrenzte Anzahl an kampferfahrene Piloten von den Kämpfen in der Mongolei gegen die Japaner am Chalchin Gol und aus dem Winterkrieg gegen Finnland, aber der Mangel an Funkgeräten machte einen wirksamen Einsatz praktisch unmöglich. Den drei deutschen Panzer-Luft-Angriffs-Gruppen standen nach Tagen fünf sowj. Fronten auf 2.130 km Länge von Leningrad bis Odessa gegenüber. Das Gemetzel kann beginnen!

3.1 Das Beispiel Brest-Litowsk

In der etwa 4qkm großen, im 19. Jahrhundert am Bug errichteten Grenzfestung, 1939 schnell und problemlos von dt. Truppen im Polenfeldzug erobert und vertragsgemäß lt. Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt der SU übergeben, lagen am 22. Juni sich etwa 10.000 russische und mit der 45.dt. Infantriedivision etwa 17.000 Mann gegenüber Der deutsche Plan, die Festung im Sturm zu nehmen, um auf diese Weise den Weg tief nach Osten freizumachen, ging nicht auf. Die weit ins Festungsinnere vorstürmenden Deutschen erlitten unerwartet schwere Verluste. Heftige Kämpfe hielten an.Die notwendige gewordene Bombardierung durch Stukas am 29. Juni beendete die großen Kämpfe und 6.800 Soldaten der Garnison gingen in Gefangenschaft, mindestens 2.000 weitere hatten den Tod gefunden. Auf dem Gelände der Festung versteckten sich noch vereinzelte kleine Gruppen sowjetischer Soldaten, die bis zum letzten aushielten, obwohl sie kaum mehr über Munition, Lebensmittel und Wasser verfügten. Es kam vereinzelt zu Schusswechseln bis Ende Juli! Von den dt. Sicherungs- und polizeikräften wurden etwa 4.000 jüdische Männer sowie ca. 400 Kommunisten und sowjetische Funktionsträger in Brest ermordet.

3.2 Der Luftschlag

Ab dem sehr frühen Morgen führten in rollenden Einsatzwellen mehr als 1.000 Kampfflugzeuge, geleitet von Aufklären, Schläge gegen die Infrastruktur der sowj. Luftwaffe, – verteidigung und Flugzeuge auch in der Tiefe durch. Mögliche Angriffsziele waren bereits seit dem Winter von hochfliegegenden, mit modernster Kameratechnik ausgestatteten Spähern systematisch bis hin zum Ural, unter Bruch jeden Völkerrechts, erfolgt. Diese Kräfte zerstörten allein am ersten Kriegstag etwa 1.200 Flugzeuge am Boden und hunderte beim Start oder in Luftkämpfen.. Dieser Aderlass, der ja nicht auf den 22. beschränkt blieb, verhinderte eine wirksame sowj. Luftkriegsführung bis weit ins Jahr 1942 und überließ die Bodentruppe ihrem Schicksal. Welche Dimension der Luftkrieg hatte und dass es für die Deutschen alles andere als der angenommene Spaziergang war, beweist der Verlust von 300 dt. Maschinen am ersten Tag des Krieges.

Exkurs: Nebenkriegsschauplatz Murmansk

Der einzige ganzjährige eisfreie Atlantikhafen der SU am Polarmeer, verbunden mit Bahnlinien durch Karelien ins Hinterland, sollte wie die rohstoffreiche Habinsel Kola rasch erobert werden. Dort im Norden Europas jenseits des Polarkreises griffen vier Divisionen (68.000 Mann), die Luftflotte V mit etwa 200 Kampfflugen, unterstützt von zwei finnischen Divisionen, in der Tundra an. Großspurig erklärte der Held von Narvik aus dem Norwegenfeldzug, General der Gebirgsjäger Dietl, Murmansk in drei Tagen zu erobern. An der 1.180 km langen finnischen Kampflinie standen zwei dt. Divisionen ud etwa drei finnische Einheiten, die rasch vorrückten und den schwachen sowj. Kräften anfänglich schwere Verluste zufügten. Doch am 22.09. stellte Gen.Dietl den Angriff nach hohen Verlusten gerade für die SS-Truppen auch an der finnischen Front ein. Bis 1944, wobei englische See- und Luftstreitkräfte sich erbitterte Kämpfe mit der Luftflotte V lieferten, blieb der Frontverlauf stabil und Murmansk incl. Bahnstrecken in der Hand der sowj. Verteidiger. Die Hilfslieferungen über See durch England und den USA an die SU stellten ab 1942 einen kriegswichtigen Beitrag dar.

4.0 Kesselschlachten

In Weißrussland stieß die starke Heeresgruppe Mitte sehr rasch vor und in der Doppelschlacht um Bialystok und Minsk wurden mehr als eine Million sowj. Soldaten eingekesselt, die entweder starben, sich auf eigene Faust und gegen ausdrückliche Befehle nach Osten durchzuschlagen versuchten oder sich demoralisiert ergaben. Das dt.Oberkommando meldete am 9. Juli 328.898 Gefangene, 3102 erbeutete Geschütze und 3332 zerstörte Panzer (so viele Kampfwagen, wie das deutsche Ostheer besaß). Allein diese erste Kesselschlacht übertraf die von Tannenberg im Ersten Weltkrieg um ein Mehrfaches.

Im Süden, verstärkt vor allem durch zwei rumänische Armeen, ging der Vorstoß zuerst in Richtung Odessa am Schwarzen Meer und am Dnjepr-Bogen in der Umklammerung von Uman wurden mehrere sowj. Armeen gefangen oder vernichtet. Entgegen der Vorstellung der Generalität befahl Hitler den Vormarsch auf Moskau zu unterbrechen, da er die reiche Ukraine im Visier hatte und verlegte die Panzergruppe 2 ( die 3. drehte Richtung Leningrad ab) von der Mitte Richtung Kiew. Am 26. September endete die Kiewer Kesselschlacht mit einem beispiellosen Erfolg: etwa 665.000 Rotarmisten gingen in deutsche Kriegsgefangenschaft. Die sowjetische Front war in einer Breite von über 400 km inexistent. Trotz der Schwächung der Heeresgruppe Mitte gelang es in schweren Kämpfen vom 10.Juli bis zum 10. September Smolensk auf dem Weg nach Moskau zu erreichen. Der dt. Sieg schien nun sicher.

5.0 Das Menetekel : Babij Jar

1249Diese große Schlucht, außerhalb der ukrainischen Hauptstadt Kiew, war 1941 der Schauplatz der größten Vernichtungsaktion unmittelbar hinter der Front. Der SS-Einsatzgruppe C, der SD und die Wehrmacht erschossen am 29. und 30. September 1941 mehr als 33.000 Juden, Kinder, Frauen, Männer. Die 6. dt. Armee half bei der Planung und Durchführung der Vernichtungsaktion. Vorwand war, dass es wenige Tage nach der Eroberung der Stadt im Kiewer Stadtzentrum zu Explosionen und Bränden kam, bei denen mehrere Hundert Angehörige der Wehrmacht und Einwohner starben. Keiner der Offiziere der Wehrmacht, die sich an Vorbereitung, Durchführung oder Vertuschung des Massakers beteiligt hatten, musste sich jemals vor Gericht verantworten. Insgesamt ermordeten die vier Einsatzgruppen der SS, mit Hilfe teilweise der einheimischen Bevölkerung (Baltikum) 1941 mehr als 1,5 Mio Sowjetbürger.

6.0 Der Vormarsch durch das Baltikum

Am 22. Juni war die Heeresgruppe Nord mit 26 Infanterie-, drei Panzer- und drei motorisierten Divisionen von der Memel aus zum Angriff angetreten. Ihr gegenüber standen drei schwache sowj. Armeen. Erstes Operationsziel war das Erreichen der Düna und die Besetzung der Häfen. Bis Mitte Juli erreichte die Panzergruppe 4 den Peipussee und warf die 8. Sowjetarmee über die Narwa zurück.Ende August wurde die estnische Hauptstadt Talinn erobert und im September begann die Belagerung Leningrads. Die finnische Armee unter Mannerheim rückte nur bis zu ihrer alten Grenze an der karelischen Landenge vor, während ab September 1941 die Verteidigung Leningrads durch Schukow organisiert wurde. Die Aushungerung der Stadt und starker Artilleriebeschuss und Luftbombardements begannen. Nur über den Ladoga-See konnte die Stadt evakuiert bzw. versorgt werden.

Resümee und Ausblick

Bis September gerieten Millionen Rotarmisten in Gefangenschaft, wobei ein Großteil verhungerte, Millionen starben an den Fronten bzw. wurden hinter der Front ermordet. Die dt. Verluste sind erstmals nennenswert, aber siegestrunken waren Hitler und die Generalität wie der einfache Soldat vom sicheren Sieg überzeugt. Der Vernichtungskrieg, vor allem die problemlose Eroberung der Ukraine, schien seine Wirkung zu tun und Deutschland stand nach 1940, dem Einzug in Paris, 1941 vor glorreichen Zeiten. Mochten die verfluchten Sowjets mancherorts verbrannte Erde auf ihrem Rückzug hinterlassen, Vieh und Fabriken zum Ural evakuieren, die boschewistisch-jüdischen Untermenschen waren zum Untergang und zur Sklaverei bestimmt. Auf nach Moskau, hieß die Parole!

III. Auf dem Weg nach Moskau

Prolog

Nach den großen Sommerschlachten – über drei Millionen Sowjetsoldaten gerieten in Gefangenschaft und verreckten zum größten Teil auf freiem Feld, ebenso viele starben im Kampf – standen die Deutschen vor Leningrad, Smolensk und tief in der Ukraine vor der Krim. Die Kesselschlacht um Smolensk eliminierte die erste sowjetische Verteidigungslinie vor Moskau, bei Kiew im September wurden die sowjetischen Südkräfte vernichtet und nach einem raschen Vormarsch durch das Baltikum beschoss deutsche Artillerie am 4. September erstmals Leningrad. Der Herbst kam und mit ihm der Glaube an einen raschen Sieg im Vernichtungskrieg gegen die jüdisch-bolschewistischen Untermenschen, die, wenn sie wie 12 Millionen Zivilisten nicht nach Osten flohen, zur Zwangsarbeit verschleppt oder zu hunderttausenden der Mordmaschine zum Opfer fielen.

7.0 Der Vormarsch an den Flanken

7.1 Sewastopol

Mehr behindert durch den Schlamm auf den unbefestigten Straßen als durch koordinierte Gegenwehhr, erreichte die dt. 11. Armee unter dem späteren berühmt-berüchtigten Feldmarschall Erich von Manstein den Zugang zur Krim und versuchte, gegen den sich versteifenden Widerstand ab dem 30. Oktober die den wichtigsten Marinestützpunkt schützenden Befestigungsanlagen im Sturm zu nehmen. Unterstüzt von der Landwehr der Einwohner verteidigte die Rote Armee, hinter sich nur mehr das Schwarze Meer, mit etwa 50.000 Mann das aus dem Krimkrieg des 19. Jahrhundert symbolisch aufgeladene Sewastopol. (Vgl die Rückübertragung der Krim durch Putins Russland 2014 und die daraus entstehenden nationalen Aufwallungen.)

In einem zweiten verstärkten Anlauf griffen ab 11. November 60.000 dt.-rumänische Kräfte Sewastopol ab, scheiterten zum Erstaunen der Siegestrunkenen erneut und begannen ab 21. November, unterstützt durch ein Fliegerkorps, einen weiteren Versuch der Eroberung. Durch den sowj. Gegenangriff an der Meerenge Kertsch auf der Krim Richtung Asien mussten die Deutschen umgruppieren und konnten erst im Mai 1942 die Halbinsel Kertsch erobern. Dies verweist nun auf eine zukünftige Geschichte.

7.2 Leningrad

Die ehemalige Hauptstadt des russischen Reiches, Ort der Oktoberrevolution und nach dessen Anführer in der Sowjetunion benannt, wurde nach der problemlosen Eroberung der baltischen Staaten, die ja erst ein Jahr zur Sowjetunion gehörten, wo die Bevölkerung freudig (wie in der Westukraine) die deutschen Truppen begrüßte und entsetzliche Pogrome gegen die jüdisch-russische Bevölkerung beging, – der Hass saß tief nach der Verschleppung Zehntausender nach Sibirien – auch von Norden durch finnische Truppen schnell engeschnürt. Am 8. September eroberte die Wehrmacht bereits Schlüsselburg am Ostufer des Ladagosees und unterbrach so jegliche Landverbindung zu Leningrad.

Vier sowjetische Armeen zogen sich zur Verteidigung der Stadt zurück und unter dem Vorsitz Andrej Schdanow wurden unter Mobilisierung der Einwohner mehrere Verteidigungsringe angelegt. Stärkere rote Kräfte wurden im Kriegshafen Kronstadt am Finnischen Merbusen seperat eingeschlossen und hielten bis 1944 durch. Ab dem 08. September erfolgten schwere Luftangriffe, u.a. gegen die Rüstungsschmiede Kirow (ex.zaristische Putilow-Werke) und auf Lebensmittelspeicher. Um möglichst schwere Zerstörungen der Lebensgrundlagen der Leingrader*innen zu erzielen, wurden allein bis Ende 1941 66.200 Brand- und 3.499 Sprengbomben über Leningrad abgeworfen.Insgesamt kamen mindestens 16.000 Menschen bei Luftangriffen ums Leben und über 33.000 wurden verletzt. Ziel war die Vernichtung der Einwohner und Verteidiger durch Hunger. Nicht die Eroberung! Allein im ersten Belagerungswinter starben so eine halbe Million Leningrader an Kälte und Hunger, trotz aller Bemühungen des Verteidigungskomitees.

8.0 Der Angriff auf Moskau

Zwar hatten die Hitlerschen Truppen enorme Verluste erlitten, Verluste, die eher dem Krieg vor Verdun im Ersten Weltkrieg gleichkamen, aber die völlige Vernichtung der ersten Welle der Roten Armee stachelten Hitler gegen den Rat des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) an, das Unmögliche zu wagen – siehe begrenzte Winterausrüstung – und am 02.Okober den Angriff auf die nur mehr 300km entfernte Zitadelle des Weltkommunismus, Moskau; zu befehlen. Hitler wörtlich: Es gelte die größte Gefahr abzuwenden, „die seit den Zeiten der Hunnen und später der Mongolenstürme entsetzlicher nicht mehr über dem Kontinent schwebte“. (wikipedia; Schlagwort Schlacht um Moskau) (!)

Im Deutschen Reich wuchs inzwischen die Euphorie. Und eine gewaltige Armada stand für das vermeintlich letzte Gefecht bereit. Die Heeresgruppe Mitte wurde durch die Panzergruppe 4 erheblich verstärkt, die von Leningrad zur Mittelfront verlegt wurde. Insgesamt verfügten die Deutschen über 14 Panzer-Divisionen, neun motorisierte Divisionen und 56 Infanteriedivisionen, wobei eine dt. Division so groß war wie 21/2 sowjetische. Unterstützung aus der Luft erfolgte durch die Luftflotte 2, verstärkt durch Teile der Luftflotte 4. Die Luftangriffe auf Moskau selbst blieben, bei zunehmend abnehmender Zahl, jedoch wirkungslos.

Und wiederum wurden in Zangenangriffen der Panzerverbände die Verteidiger rasch zerschlagen um zwischen den 14. und 17. Oktober der Doppelkessel von Wyasma und Brjansk gesäubert. Das OKW meldete die Vernichtung von 80 Divisionen; 663.000 Gefangene wurden gezählt, 1242 Panzer und 5412 Geschütze zerstört oder erbeutet. In Moskau brach zwischen dem 16. und 18. Oktober eine Massenpanik aus, der durch NKWD-Truppen des Innern brutal begegnet wurde, nachdem das Ende nahe schien. Umsomehr, da am 16. Oktober das Politbüro, Regierungsstellen und nahezu sämtliche Diplomaten ins entfernte Kujbyschew evakuiert wurden, Zwei Millionen Menschen verließen Moskau, gleichzeitig wurdem über 100.000 neue Soldaten rekrutiert und 500.000 Frauen und Männer zur Schanzarbeit verpflichtet. Stalin selbst blieb in Moskau.. Und Schukow wurde von Stalin mit der Verteidigung beauftragt, deren innerer Kern von Kalinin bis Kaluga reichte. Die einsetzende Schlammperiode bremste den dt. Nachschub und Vormarsch und verhalf Schukow zu einer Atempause. Und der Winter kam 1941 früh! Ab 06. November setzte starker Frost ein und ermöglichte wieder eine begrenzte Vorwärtsbewegung – aber um welchen Preis! Am gleichen Tage hielt Stalin in der Metro eine leidenschaftliche Rede und beschwor die Kampfkraft seiner Soldaten und die Widerstandskraft der sowjetischen Bevölkerung. Tags darauf wurde auf dem Roten Platz trotz der Gefahr von Luftangriffen eine Militärparade zum Gedenken an die Oktoberrevolution zelebriert. Die teilnehmenden Truppen der Roten Armee marschierten anschließend direkt zur Front.

Mit dem letzten Willensakt erorberten die Deutschen am 26. Novemer die Stadt Istra, nur 35km vor Moskau, am 30 November die Orte Krasnaja Poljana und Putschki und kamen dadurch bis auf 18 km an Moskau heran, und am 2. Dezember schließlich gar den Vorort Chimki, acht km vor der Stadtgrenze. Nun ging nichts mehr, der Kälte und dem Gegner geschuldet. Auch den Umzingelungsangriff der Panzergruppe 2 auf Tula konnten die sowjetischen Truppen abwehren. Was nun kam, erschien vielen, geblendet von der dt. Propaganda, als ein Wunder.

9.0.Blick nach Fernost

Mitte August 1941 funkte der Topagent der SU, Dr. Richard Sorge (2), nach Moskau, dass Japan entschieden hätte, den Kampf gegen die Sowjetunion von Mandschuko aus endgültig einzustellen und seine Kriegsziele auf Südost-Asien auszurichten. Durch diese Sicht kriegsentscheidende Information konnte das sowjetische Oberkommando für den Winterkrieg gut ausgerüstete sibirische Truppen, 700.000 Mann, nach Westen verlegen. Im Dezember 1941 standen diese Kräfte bereit, geführt zum Teil durch aus dem Gulag entlassene erfahrene Offiziere, der durch den Frost gelähmten und durch den anhaltenden sowj. Widerstand dezimierten Wehrmacht eine historische erste Niederlage zu bereiten.

  1. Dass diese Krieg ein ganz und gar besonderer war, zeigt sich an der unmittelbaren Bildung eines zentralen Kommandos für den Krieg hinter der Front. Wie im Krieg Frankreichs gegen Spanien zu frühbürgerlichen Zeiten, machten die Überfälle sowj. Partisanen den Deutschen schwer zu schaffen.
  1. Kurz darauf wurde dieser verhaftet und hingerichtet.

IV. Winterschlacht

Prolog

1247Anfang Dezember 1941 war die Gefahr der Einkesselung Moskaus durch die Deutschen endgültig gebannt. Die Angreifer hatten sich erschöpft und ihre Linien überdehnt. Gar schlimmes war zu befürchten, unkte Offizier im OKW. Viele Divisionen der Wehrmacht waren im ständigen Kampf mit der Roten Armee stark dezimiert. Das Material war nach wochenlangen Märschen verschlissen. Die Rote Armee hatte sich dagen neu organisiert, die Kriegsproduktion war im Uralgebiet reorganisiert. Bereits am 29. November 1941 mußte die Heeresgruppe Süd sich aus Rostow am Don zurückziehen und im Norden traten 200.000 Mann starke sowj. Verbändei im November bei Tichwin und Npwgorod gegen den dt. Frontvorsprung am Ladagosee an, am 02. Dezember zusätzlich westlich von Wolchow. Die Rote Armee stieß rund 100 km vor und fügte zehn deutschen Divisionen hohe Verluste zu. Die deutschen Truppen wurden bis zum 30. Dezember 1941 in ihre Ausgangsstellung zurückgedrängt. Die angestrebte Verbindung zu den Finnen war gescheitert.

10.0 Die „Wende“ imWinterkrieg

Vom 5. zum 6. Dezember 1941 griff die Rote Armee auf einer 1.000 km breiten Front mit bestens für den Winterkrieg ausgerüsteten sibirischen Truppen an und trieb die Invasoren an der Mittelfront bis zu 250 km gen Westen zurück.Das Trauma vom Einsatz im „Osten“ begleitete von nun an die vor Wochen noch siegesgewissen Deutschen. Um die sich abzeichnende Katastrophe gegen die wankelmütige und auf Rückzug bedachte Generalität abzuwenden, erließ der GröFaZ Adolf Hitler am 16. Dezember einen unbedingten Haltebefehl und verlangte von der Truppe „fanatischen Widerstand“. Unter Zuführung von Divisionen aus dem Westen konnte die an mehreren Abschnitten aufgerissene Front, so im Bogen von Rschew, stabilisiert und die im Kessel von Demjansk eingeschlossenen Verbände aus der Luft versorgt werden. Am 16. Dezember erließ Hitler einen weiteren Haltebefehl, in dem er jegliche Rückwärtsbewegung ohne seine ausdrückliche Genehmigung verbot, da er befürchtete, dass die gesamte Front auseinanderfallen könnte.. Zweifach zog Hitler Lehren aus seine Entscheidungen: Haltebfehle zur opfervollen Verteidigung motivieren die dt. Truppen und notfalls werden abgeschnittene Verbände durch die Luftwaffe bis zu ihrem Ersatz versorgt.

Dennoch ist die „Kriegswende vor Moskau“ in der dt. Militärforschung heutzutage ein gern gebrauchter Topos . In der Tat waren die Verluste der Wehrmacht 1941 im Ostfeldzug beängstigend.: Sie verlor 2.752 Panzerkampfwagen und Sturmgeschütze, 24.849 Kfz, 38.544 Krafträder, 35.194 Lkw.. Annähernd eine Million Soldaten der Wehrmacht und ihrer Verbündeten waren tot oder schwer verwundet. Die Verluste der Sowjetarmee betrugen jedoch mindestens das Achtfache.*)

Anmerkung: Allein bei der Versorgung der sechs eingeschlossenen Divisionen im Kessel von Demjansk verlor die dt. Luftwaffe übrigensi 488 Flugzeuge und 1.000 Mann fliegendes Personal..

11.0 Vom europäischem zum Weltkrieg

Am 07. Dezember überfiel die japanische Trägerflotte den Heimathafen der Pazifikflotte der USA auf Pearl Harbour/Hawaii.. U.a. wurde die japanische Aggression legetimiert duch das wegen dem China-Krieg verhängte Erdölembargo der USA, das Japan nun den Krieg formal erklärte. Das mit Japan im Antikominternpakt verbundene Deutschland erklärte daraufhin ebenfalls den USA am 11. Dezember 1941.den Krieg. Der große Weltenbrand war entzündet.

*) Quellen: diverse Schlagwörter zu „Babarossa“ bei wikipedia.org

V. Der Fall Blau

Prolog

Das Unternehmen „Barbarossa“ war Anfang 1942 gescheitert. Der schnelle Sieg im Osten endete im Ansturm der Roten Armee vor Moskau. Hitler, nun Oberbefelshaber und endgültig der Gröfaz, setzte sich mit seinem Haltebefehl durch und der sowjetische Vomarsch lief sich tot. Der Mythos des unbeugsamen, der Pflicht gehorchenden „Landsers“ war geboren Die Schlammzeit des Frühjahrs tat ein übriges, um dem großen Schlachten eine Atmpause zu gönnen.

Wie nun weiter? Bereits im Ersten Weltkrieg wurde der Gedanke vom „Lebensraum im Osten“ geboren und seit 1941 vom federführenden Reichsführer SS, Heinrich Himmler, als Koordnator verschiedener NS-Ministerien mehrere Pläne zur Besiedelung und Ausplünderung des slawischen Raums bei Ausrottung von 30 Mio „Untermenschen“ vorgelegt, deren geheime Versionen von 1942 in der Praxis die völlige Umorientierung der Hitlerschen Pläne nach sich zogen. Nicht mehr der Sieg in der offenen Feldschlacht, sondern nach Eintritt der USA in den Krieg erhielt die Sicherung der Versorgung des Reiches durch die Eroberung besonders der Ölquellen im Kaukasus oberste Priorität. Gewinnung von Lebensraum und Ausnutzung seiner Ressourcen für einen langen Krieg bei Zurückdrängung der SU hinter die Linie Asttrachan-Archangelsk sollte 1942 umgesetzt werden, wobei der Schwerpunkt im weiten Süden lag.

12 0.Das Ringen um das nordukrainische Charkow

Vier Schlachten fanden um die gro0e Industriestadt Charkow statt, wobei die erste im Vormarsch der Wehrmacht im Oktober 1941 tobte. Im Frühjahr 42 plante Stalin und sein Stab mehrere Offensiven, im Norden bei Wolchow zur Entlastung eingeschlossener Reste der Winteroffensive, und als große Operation die Wiedergewinnung Charkws im Süden. Die Schlachtt im Mai 42, als Zangenangrif von der Südwestfron mit vier Armeen und 380.00 Mann geplant, stieß auf mehrere, um die 6.deutsche Armee gruppierte Kräfte mit starken Panzerverbänden. Südlich von Charkow.wurde die Hauptmacht der Roten Armee eingekesselt Rund 240.000 sowjetische Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft. Auch 1942 blieben die Deutschen taktisch und materiell erstmals überlegen. Sollte sich das Drama des Sommers 41 für die Sowjetstritkräfte wiederholen?

12.1 Der Fall der Festung Sewastopol

Im November 41 hatte die Wehrmacht versucht, Sewastopl einzunehmen, den sowjetischen Verteidigern der Krim gelang es durch Gegenangriffe u.a. im Dezember an der Halbinsel Kertsch die dt./rumänschen Kräfte zurückzuwerfen Im Mai begannen die Deutschen, schweres Gerät (von der Nordfront) und starke Luftstreikräfte zusammenzuziehen. 200.000 Mann (davon zwei Divisionen Rumänen), 600 zum Teil überschwere Geschütze und 600 Kampfflugzeue wurden konzentriert, um etwa 100.000 Verteidiger zu vernichten. Mit der Einnahme der Halbinsel Chersones wurde die Eroberung am 4. Juli 1942 abgeschlossen und neben 10.000 Toten gingen 97.000 Rotarmisten in Gefangenschaft. Die Deutschen hatten eine neue Heldensage.

13.0 Der Vormarsch

Die dt. Offensive – gemäß der Weisung 41 auch an der Nordfront, um den Kontakt zu den Finnen herzustellen, dazu wurden von den Krim-Verbänden sieben Divisionen mit schwerer Artellerie Richtung Leningrad verlegt – begann am 28. Juni 1942, ein Jahr nach „Barbarossa“. Am Nordflügel wurde rasch Woronesch am Don, auf halben Weg zwischen Moskau und Stalingrad, erreicht, da die Rote Armee sich – der Schlacht ausweichend – zurückzog. Auf Grund des schwachen Widerstandes kam Hitler zu der Auffassung, dass der Gegner in Auflösung begriffen sei. In zwi Keilen griff die Heeresgruppe Süd über 1.000 km Frontlinie an. Die Heeresgruppe A Richtung der Ölquellen von Baku und den Kaukasus, Heeresgruppe B Richtung des Wolgabogens nach Stalingrad. Während die 1. Panzerarmee Richtung Kauksus rolte, wurden zur Absicherung der 6. Armee italienische, rumänische und ungarische Truppen herangezogen.

13.1 Der Kaukasus ruft

Als Auftakt der dt. Offensive und Voraussetzung wurde binnen einer Woche im Mai 42 die Halbinsel Kertsch, der östlichste Teil der Krim und Begrenzung des Asowschen Meeres sowie Übergang zur Taman-Halbinsel im Südosten, erobert und wiederum 170.000 Rotarmisten gefangengenommen. 300 km nördlich wurde zügig nach schweren Kämpfen Rostow an der Donmündung genommen und Stalin reagierte mit dem Befehl 227 – „Kein Schritt zurück!“ – und schickte neue Verbände in den Kampf, um nun die Wolga-Linea zu halten und den Vormarsch auf den Kaikasus zu verhindern.

Zuerst vergebens. In weniger als zwei Wochen und 500 km Geländegewinn ereichte die 1. Panzerarmee die Ausläufer des Kaukasus. Teile der 17. deutschen und der rumänischen 3. Armee besetzten das Kuban-Gebiet im Nordkaukasus, dagegen bedeutete die nachhaltige Zerstörung der Ölquellen eine Verschärfung des Logistik-Problems. Höhepunkt der Operation und ein „erneuter Triumph des Willens“ war das Setzen der Reichkriegsflagge am 21. August auf dem Elbrus. Am 06. September wurde der wichtige (Seekriegs-) Hafen Noworossijsk am Scwarzen Meer erobert. Nördlich stiießen die dt. Truppen tief in die Kalmückensteppe Richtung Astrachan vor. Bis zum Wintereinbruch hatte die Wehrmacht weite Teile des Gebiets zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer besetzt. Das doppelte Ziell, Sicherung der Ölversorgung durch Eroberung der Ölfelder von Baku und Kappung der persischen Nachschublinie der Westalliierten für Stalin blieb trotz der letzten Anstrengungen unerreicht in weiter Ferne. Daran konnte auch der Einsatz von moslemischen (Tataren, Inguschen, Tschetschenen) und ukrainischen Legionen auf deutscher Seite nichts ändern.Wie in der Westukraine 1941 sahen viele Minderheiten den Einmarsch der Deutschen als Befreiung an und wurden zur kollektiven Bestrafung 1944 zu Hunderttausenden nach Zentralasien deportiert.

13.2 Stalingrad

Die Überquerung des Don durch die 6. Armee am 21. August erlaubte es der Heeresgruppe B, eine komfortable Ausgangstellung weniger als 60 Kilometer von Ziel Stalingrad einzunehmen..Die Massierung der Luftwaffe, die zeitweise mit mehr als dier Hälfte ihrer einsatzfähigen Flugzeuge bei der Heeresgruppe B anhaltende Luftangriffe auf die Stadt flog, diese großteils in Schutt und Asche legte und mehr als 40.000 Menschen in einem Inferno tötete. Am 23. August erreichten deutsche Panzerspitzen die Wolga nördlich von Stalingrad und am 10. September den Stadtrand der Stadt, die wie Leningrad oder Moskau von unheilschwängerer Symbolik für beide Seiten war. Für Hitler war die Rote Armee auf der planlosen Flucht und der Krieg gewonnen. Die Inbesitznahme der 60 km entlang der Wolga sich erstreckenden Stadt sollte doch für die in jeder Hinsicht überlegenen Wehrmacht ein Kinderspiel sein.

VI. Kampf im Eismeer

Ausgangslage

An der norwegisch/finnisch-russischen „Eismeerfront“ hatte sich der mit begrenzten Spezialtruppen unter dem von Hitler hoffierten General Dietl 1941 begonnene Vorstoß auf den eisfreien Hafen Murmansk nach starken Verlusten schnell festgefahren. Warm dieser sinnlose Krieg in der Tundra?
Hitler wollte Stalin daran hindern, über die Barentssee eiinen Kontakt mit GB und den USA herzustellen. Denn umittelbar nach dem Überfall auf die Sowjtunin begannen militärische Hilfslieferungen über drei Routen – die pazifische über Wladiwostok, die südliche über den Iran und der nördliche Seeweg am dem von den Deutschen besetzten Norwegen vorbei. Letzteree genoss von allen Seiten höchste propagantistische Aufmerksamkeit als Symbol der alliierten Waffenbrüderschaft..Insgesamt wurden von 1941 bis 45 von Einzelfahrern und durch 40 Geleitzüge 811 Schifsladungen auf die weite Seereise gen Norden von den Alliierten geschickt. 5.000 Panzer, 7.000 Flugzeuge und 4 Millionen Tonnen Güter kamen an. Der Preis war hoch. 87 Handelsschiffe versenkten die Deutschee. Ferner gingen 13 britische Kriegsschiffe und auf deutsher Seite 2 Schlachtschiffe, drei Zerstörer und 43 U-Boote in zahllosen Gefechten unter. Von diesem „Nebenkriegsschauplatz“, der zugleich in Europa die längste zusammengehörige See-Luftsschlacht der Geschichte sah, lernen bis heute die Strategen des modernen Krieges (Sicherung von Seewgen des globalen Welthandels).

14. Exemplarisch – Geleitzug PQ 17

Ende Juni 1942, wo zeitgleich im Atlantik und im Mittelmeer große Geleitzugschlachten die Briten in höchste Nöte brachten, sammelten sich in Reykjavik/Island 35 Handelsschiffe zum bisher größten Konvoi mit der Kennung PQ17, um die bedrängte Sowjtunion nennenwert mit militärischem Material zu versorgen und um Stalin und die Sowjetvölker moralisch zu stützen. Die starke Noregenstreitmacht (2 Schlachtschiffe, über 20 U-Boote etc.) und mehr als 300 Kampfbomber und Seeaufklärer standen bereit mit dem Befehl, den Konvoi vollständig zu vernichten und damit die Ostfront zu entlasten.
Nach schweren rollenden Luftangiffen u.a. mit alten (He 115) und neuen (He 111) Torpedoflugzeugen und Ju 88 Sturzkampfbombern löste der kommandierende britische Admiral angesichts der Meldung über das Auslaufen der deutschen Flotte den Konvoi auf, um diese abzufangen. Die Frachter waren so ihrem Schicksal überlassen und sollten sich einzeln nach Murmansk durchschlagen. Die wehrlosen Handelsschiffe wurden so leichte Beute der gnadenlos angreifenden U-Boote (15 Versenkungen mit übr 100.000 BRT) und Flugzeuge (8 Schiffe mit 40.000 BRT). Einige – teils beschädigt – schleppten sich unter den Schutz der Russen in die Kolabucht, wo zwei weitere Schiffe nach Bombardement sanken..Mit den Frachtern gehen u.a.:3.350 Kraftfahrzeuge, 430 Panzer, 210 Flugzeuge und 100.000 ts sonstige Fracht unter…

Ausblick

Das Reich, aud dem Höhepunkt der Macht, feierte seine Helden und nach schweren Kämpfen am nachfolgenden PQ18 sandte England nur mehr Einzelfahrer gen Norden. Erst als 1943 Flugzeugträger eintrafen, war die dt. Offensive gebrochen. Nach Stalingrad konnte die Rote Armee ihre Bestände durch die effektiven amerikanischen Rüstungsgüter ausweiten und so 1943 die materielle Überlegenheit gewinnen.

    Quellen:

Rohwer/Hümmelchen, Chronik des Seekrieges 1939-1945, Stuttgart 2007-2017; de.wikipedia.org

VII. Operation Blau – : Stalingrad oder der Triumph der „Untermenschen“

Nach dem der Ausgangspunkt für die Heeresgruppe B (850.000 Mann), die Einnahme von Kalatsch am Don, genommen war, trat die Teilkraft Gruppe Don mit der 6: Armee – unterstützt durch Armeen aus Rumänien, Italien und Ungarn – zum Angriff auf Stalingad an der Wolga an, um die Flanke des strategischen Ziels – die Ölfelder bei Baku – zu sichern und um Nachschub über die Wolga ins russische Kernland zu verhindern.Die russische Stalingrad Front stand dagegen Das große Gemetzel begann.

15. Die ersten Tage

Am 13. September 1942 startete der Angriff der dt. 6. Armee mit der Bombardierung durch starke Fliegerkräfte auf den inneren Verteidigungsring der Stadt. Bereits zuvor griffen die hier konentrierte dt. Kampfbomberstreitmacht (Ju 87, Ju 88, He 111) Stalingad an und zerstörten den langezogenen Stadtkern. Hunderttausende über die Wolga Evakuierte ließen viele Zivilisten in der Millionennstadt zurück..Die Verteidigung unterstand dem zur Legende gewordenen Marschall Tschuikow. Dieser mobilisierte immer neue Reserven und warf sie im feindlichen Feuer über die Wolga ins umkämpfte Ruinengebiet. Am 14. allein wechselte der Hauptbahnhof viermal die Seiten. Bis zum18. war Stalingrad Miite in dt. Hand. Reste der Roten Armee hielten sich verstreut überall, bsonders einen schmalen Streifen an der Wolgaböschung. Hitler frohlockte ob der reibungslosen Eroberung der Stadt, die Stalins Namen trug.

Ausgehend von den Arbeitersiedlungen wurden in Kämpfen, bei denen an einem Tag bis zu 10.000 meist Rotarmisten starben, das riesige Areal der Mitte der Stadt bis Ende Oktober „gesäubert“. Der Schlamm des Vorwinters gebar apokalyptische Züge wie einst bei Verdun. In den riesigen Fabriken der Vorstädte gewann das Gesicht des Krieges eine neue, ungekannte Dimension.(1)

16. Der russische Gegenschlag

Plötzlich über Nacht war der russische Winter mit Eis und Schnee die Knochen der dt. Landser erfrierende bittere Realität – Moskau 41/42 wiederholte sich in ungeahnter Dimension. Bei der die Flanke sichernde 3. rumänischen Armee schlug das Unheil in quantitativ und qualitativ 10fach überlegenen Sowjetarmeen zu. Innerhalb von fünf Tagen wurden die Hilfstruppen des Reichs vernichtend geschlagen und in Süden die 4. Panzerarmee zurückgeworfen. In Kalatsch wurde die Einkesselung vollendet und die 6. Armee vollständig eingeschlossen, mit dem Rücken zum großen Stromder Wolga.

Als sich das Wetter aufklarte, ging auch die Luftüberlegenheit der dt. Flieger verloren, da die neuesten sowjetischen Jagdflugzeuge – in großer Zahl aus dem „Nichts“ auftauchend – zumindest ebenbürtig waren. Die an den Ural im Sommer 1941 verlagerte Rüstungsindustrie produzierte wenige Typen (T34, Il-2, Raktenwerfer), aber dafür in großer Stückzahl.

Hitler befahl das Ausharren im Kessel, um wie 41/42 durch die „Willenstat“ der Herrenmenschen die erreichte Position unter allen Umständen zu halten, größeren Zusammenbruch zu verhindern und das Symbol „Stalingrad“ für dem Führer zu bewahren. Die größte bisherige Luftbrücke solltte 280.000 Mann versorgen und kampffähig erhalten.

17. Agonie

Drei Monate dauerte das große Sterben in der Kesselschlacht. Ein Flughafen nach dem anderen innerhalb und außerhalb des Kessels wurde überrannt und die Luftwaffe flog bis zum 02. Februar 1943 nur im Durschnitt knapp 100 der von Göring garantierten täglichen 500 Tonnen Versorgungsgüter ein. Die deutschen Verluste an Flugzeugen und erfahrenen Besatzungen konnten späteer nicht mehr kompensiert werden. 500 Totalverluste, oder 50% der eingesetzten Maschinen und Besatzungen waren für die dt. Transport- und Bombergeschwader ein nachwirkender Blutzoll. Zum späteren großen Heldenepos der 50ziger Jahre in Westdeutschland (2) gehörten die Flieger, die in Eis und Schnee immerhin über 35.000 Soldaten ausflogen und so vom Bolschewismus retteten!

Trotzig wartete die 6. Armee auf die Befreiung duch den am 12. Dezember begonnenen Gegenangriff durch die notdürftig kampffäfig wiederhergestellte 4. Panzerarmee. Vergebens. Der Belagerungsring der Roten Armee konnte nicht gesprengt werden und am Tag vor Weihnachten wurden die Eingeschlossenen ihrem Schicksal überlassen. Hunger und Kälte bestimmten den trotzdem zähen Verteidigungswillen der Soldaten. War das letzte Pferd gegessen, kam es selbst zu Fällen von Kannibalismus. Erbarmungslos kämpfte die Rote Armee sich vor und erst am 02. Februar 1943 kapitulierten die verbliebenen 95.000.

Damit war das Drama nicht bendet. In der Literatur spielen die Opfer der faschistischen Unterstützungsverbände aus Italien, Rumänien und Ungarn kaum eine Rolle. Hier starbe mehr als auf deutscher Seite. Den größten Opfergang gingen die Sowjetbürger, Soldaten wie Zivilisten. Weit über 1,5 Mio starbn nach (un-)gesicherten Quellen. 110.000 dt. Soldaten wurden in Lager gebracht, wieviele ankamen und wieviele die Gefangenschaft überlebten, ist nicht belegt. 1956 holte der dt. Kanzler Adenauer angeblich 5-6.000 beim Besuch bei Chrustschow in die Freiheit Westdeutschlands. Wieviele sich dem Nationalkomitee Freies Deutschland (wie der Generalfeldmarschall Paulus anschlossen) und in die SBZ/DDR gingen, ist ebenfalls unbekannt.

Folgen

Stalingrad war nicht der Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges aber ein wesentlicher Baustein für die Offensive zur See, in der Luft und am Boden in der weltweiten Niederringung des Fachismus-Miliiarismus. In Nordafrika zerschlugen das UK und die USA nach deren Landung in Marokko die italienischen und deutschen Truppen vom legendären „Wüstenfuchs“ Rommel. Über 100.000 gingen auch hier in die Gefangenschaft. Im Seekrieg im Atlantik wendetede sich ebenso das Blatt wie im Luftkrieg, wo ab Anfang 1943 strategische Bomber (B17/B24) der VIII. US-Luftflotte von England aus das „Reich“ auch bei Tage angriffen. Im Pazifik zwangen die USA durch die Eroberung Guadalcanals die Japaner in den Rückwärtsgang. Die Dreier-Allianz SU-UK-USA erhob nun die Forderung nach „bedingungsloser Kapitulation“ Hitler- Deutschlands.Der Nimbus Josef Stalins war nach Stalingrad ungeheuer angewachsen und spornte weltwit die antifaschistischen Kräfte an. Inosofern begann mit Stalingrad ein neues Kapitel der Weltgeschichte.

(1) Die ach so „moderne“ heutige asymetrische Kriegsführung, vorbildgebend in der Antike durch die Spartaner – oder uns näher die Kamikaze Japans in der Schlacht um Okinawa im Sommer 1945 bzw. der Vietcong im Kampf gegen die USA 1968 – feierte in Stalingrad einen Höhepunkt. Hunderttausende Rotarmisten, oft halbe Kinder, gingen mit der Überzeugung des sicheren Todes an die Front und verbluteten bis zum letzten Mann. Das Entsetzen der gleichfalls jungen dt. Soldaten war grenzenlos, wenn im angesichts dt. Sanitäter der schwerverletzte „Russe“ mit der letzten Handgranate sich und die „Deutschen“ in die Luft sprengte.

(2) Zu keinem kriegerischen Geschehen liegt eine so zahlreiche (Erinnerungs-) Literatur vor wie zu Stalingrad. Und dies von beiden Seiten. Heute, zum 75. Jahrestags der Schlacht, sind die Medien wieder fleißig mit der Bewältigung dieses „Wendepunktes“ des Zweiten Weltkrieges beschäftigt.

Quellen: diverse Stichworte zum Thema auf de.wikipedia.org

Literaturtipp: Theodor Plievier, Stalingrad, Moskau 1943/44 (Köln 1983)

(Plivier war ein im sowjetischen Exil lebender dt. Anarchist, der nach dem Krieg in Westdutschland „Moskau“ und „Berlin“ veröffentlichte)

Fortsetzuing VIII. Der Kampf um den Kaukasus und seinem Öl

 

Dieser Beitrag wurde unter Geschichte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.