Der unbekannte pazifische Krieg

Japans Ziel der „Großostasiatischen Wohlstandssphäre“

1.0 Vorbemerkung

maoDie im Antikominternpakt*)  zusammengeschlossenen Deutschland, Italien und Japan verfolgten langfristige Strategien der „Neuaufteilung der Welt“ (W.I.Lenin). Richtete sich Deutschlands Blick primär nach Osteuropa, der Gewinnung von „Lebensraum“ (A. Hitler), Italien trachtete nach territorialer Expansion im Mittelmeer („mare nostrum“)  und iin Afrika, so der von Japan nach Ostasien und den Pazifikraum. Die genuinen Kriegsgegner Deutschlands waren die Sowjetunion, die alten Kolonialmächte Frankreich und Großbrittanien die von Italien und Japan, wozu die aufstrebende Supermacht USA trat. Japans Eroberungen begannen früh und sind bis heute ungesühnt. Bereits 1894 – die gewaltsame „Öffnung“ durch die USA 1854 und die darauf folgende rasante Modernisierung Japans lag erst wenige Jahrzehnte zurück – fasste Japan im ersten chinesischen Krieg Fuß auf dem Festland (Port Arthur) und im Krieg mit Russland 1904/5 setzte sich erstmals ein asiatisches Volk erfolgreich gegen eine europäische Großmacht im See- wie Bodemkrieg durch.

2.0 Korea

Als Folge wurde Korea 1905 zu einem japanischen Proektorat und ab 1910 japanische Provinz – Millionen Japanern siedelten sich auf enteigneten koreanischen Ländereien an – und der Shintoismus als Staatsreligion eingeführt sowie japanisch Unterrichtssprache. Ab den zwanziger Jahren wurde der Bergbau entwickelt und 1945 mußten 1,5 Millionen Koreaner darin schuften. Das dunkelste Kapitel der japanischen Herrschaft war die Zwangsarbeit (vgl. Deutschland!!) und als perverseste Form die Zwangsprostitution von vielen tausend junger Mädchen und Frauen („Trostfrauen“)  in Soldatenbordellen

Folgerichtig rekrutierte ab 1938 Japan die rechtlosen Koreaner für die Armee., auch wenn aus rassepolitischen Gründen dies erst im Verlauf des Großen Krieges Massencharakter annahm. Von Anfang der Besatzung an entwickelte sich vielfältig der politische und bewaffnete Widerstand der Koreaner gegen das Kolonialjoch und nach offizieller Geschichtsschreibung gründete Kim Il-sung 1932 Partisaneneinheiten, die von China und der Sowjetunion aus als Rückzugsbasis operierten, aber relativ unbedeutend blieben. Korea wurde zwischen dem 8.8.45 ( Rote Armee im Norden der koreanischen Halbinsel) und 8.9.45 (die USA landen im Süden bei Incheon) befreit. Die Grausamkeit des japanischen Regimes hält durchaus den Vergleich mit der dt. Besatzung Polens stand.

3.0 China

Nach der Eingliederung Koreas richtete sich der Appetit Japans auf China, das seit der gewaltsamen Öffnung durch die Briten in den zwei Opiumkriegen 1839-62 durch sog. Ungleiche Verträge von den weißen Mächten beherrscht und ausgeplündert wurde. Japan provozierte den Mukden-Zwischenfall 1931 und die Mandschurei wurde militärisch annektiert und im März 1932 der japanische Satellitenstaat Mandschuko gegründet. Am 7. Juli 1937 begann der Eroberungsversuch des großen chinesischen Mutterlandes und gilt in Asien als Beginn des Großen Krieges. Am 29. Juli kapitulierte Peking. Die Japaner setzten ihren Vormarsch von Norden und Süden in China fort und nach verlustreichen Kämpfen wurde das internationalisierte Shanghai eingenommen. Zwei Todfeinde stellten sich den Japanern gegenüber. Die KP unter Mao Zedong nd die Kuomintang-Regierung in Nanking, welches die Japaner am 13, Dezember 1937 eroberten. Es folgte eines der schlimmsten Massaker des Zweiten Weltkrieges.. Drei Wochen wütete die Soldateska in der Stadt und ermordete hunderttausende Einwohner und vergewaltigte zehntausende Frauen in einer Orgie der Gewalt. Chiang Kai-shek ließ die Hauptstadt in das entfernte Chonggqing im Landesinnere verlagern. Um den Vormarsch der Japaner zu stoppen, befahl Chang Kai-shek im Juni 1938 durch die Öffnung der Staudämme des Gelben Fluss das weite Land zu überfluten – etwa 890.000 Tote und etwa 12 Millionen Obdachlose waren die Folge. Japan besetzte den östlichen Teil Chinas und wurde nun von der kommunistischen Guerilla attackiert, die sich zum ernsthaften Gegner Japans entwickelte.**) Über eine Luftbrücke aus Burma erhielt die Zentralregierung englische und später US-amerikanische Hilfe. China wurde 1940 Nebenkriegsschauplatz. Japan verkündete am 1. August1940 die „Großostasiatische Wohlstandssphäre“ und begann die Infiltration des Vichy-französischen Indochina. Im Zuge der sowjetischen Operatiom ab 8. August 1945 wurden die japanischen Herren vertrieben und die Position der KP gestärkt, was im wieder aufflammendem Bürgerkrieg gegen die Kuomintang schließlich zur Ausrufung der VR China unter Mao Zedong am 1. Oktober 1949 führte. Nach dem langen Krieg begann ein neues Kapitel für das geschundene „Reich der Mitte.“

4.0 Vorbereitung des pazifischen Krieges

Am 27. September 1940 erweiterte Japan mit den anderen Mächten den Antikominternpakt zu einem militärischen Beistandspakt. Die amerikanische Regierung rief daraufhin am 8. Oktober alle US-Bürger auf, heimzukehren und verhängte im Oktober ein scharfes Embargo gegen das expansionistische Reich des Tenno. Japan hatte sich rückversichert und mit der verhassten Sowjetunion einen Neutralitätspakt bereits im April unterzeichnet, was beiden in ihren kommenden Kriegen den Rücken freihielt.***)

*) 1936 zwischen Deutschland und Japan geschlossen, trat Italien 1937 dem Antikominternpakt bei, 1939 folgten Ungarn und Spanien, 1941 Bulgarien, Finnland, Kroatien, Rumänien und die Slowakei sowie mehrere Marionettenregierungen. Der Name war Programm.

**)  1934 entzogen sich die Streitkräfte der Kommunistischen Partei Chinas der Umklammerung ihrer befreiten Gebieten idurch die Armeen Chang Kai-sheks m südlichen Hinterland und begannen den legendären opferreichen „Langen Marsch“ 1934/35 gen Norden und konnten so eine neue Front gegen die japanischen Eindringlinge errichten.

***) Beim Monate dauernden Grenzkrieg 1939 mit Japan am mongolischen Chalchin Gol-Fluss setzte sich unter beidseitigen hohen Verlusten die Sowjetunion durch und zwang Japan zur Vorsicht vor einem Zweifrontenkrieg

5.0 Japans Eroberung von Südostasien

Die rasante ökonomische Entwicklung Japans und das gewaltige Rüstungsprogramm machten aus dem in jahrhunderte langer Isolation lebenden elitären Inselvolk eine große Seefahrernation, die sich anschickte, ihren immensen Bedarf an Erdöl und Rohstoffen sich kriegerisch zu sichern. Die Leninsche Neuaufteilung der Welt im Zeitalter des Imperialismus war angebrochen.

Der Stolz des japanischen expansionischen Militärs, das unter dem Tenno die reale Macht im Lande ausübte, war die große und moderne Trägerflotte, die mehr als zehn Flugzeugträger mit 1.500 Piloten und Bordflugzeugen in den Kampf werfen konnte und zusätzlich mit der 11. Luftflotte über an Land basierte Marinefliegergeschwader verfügte. Kriegsgegner in Südostasien waren neben den USA mit ihrem Protektorat Philippinen die alten Kolonialmächte Niederlande, Frankreich und das „Empire“ England. Das Operationsgebiet umfasste neben der Inselwelt zwischen Australien und den USA ein riesiges Gebiet von Hong Kong über die Philippinen, Indochina, Indonesien über Singapur, Malaysia bis hin nach Indien. Zahlreiche Landungverbände, gedeckt durch Kriegsschiffsverbände, liefen koordiniert November/Anfang Dezember aus, ihrem Kaiser ein Weltreich zu erobern.

5.1 „Tora, Tora, Tora!“

Mit diesem Funksprch meldete die Flotte am 7. Dezember 1941 den erfolgreichen See-Luftschlag gegen den großen Pazifikstützpunkt der US-Flotte Pearl Harbor auf Hawaii, 3.000 km ennfernt von Tokio und Californien. Mit sechs großen Flugzeugträgern und 441 Trägerflugzeugen, gesichert duch die klassische Streitmacht Schlachtschiffe, Kreuzer und Zerstörer, griff Nippon überaschend in zwei Wellen an. Bei eigenen Verlusten von 61 Toten wurden 5 alte Schlachtschiffe versenkt und über 300 US-Flugzeuge zerstört, abgeschossen oder beschädigt. Die USA zählten 2.403 Tote. Dennoch war es nur ein halber Erfolg, denn die US-Träger wurden nicht angetroffen; das eigentliche Ziel!

Am 08. unterschrieb der US-Präsident Franklin D. Roosevelt die Kriegserklärung an Japan. Die Japaner waren (noch) im Vorteil: Sie besaßen die Luft- und Seehoheit. Der US-Partner Großbritannien war gezwungen, seine Kräfte gegen Deutschland und Italien zu konzentrieren. So konnte die japanische Armee ihre Strategie der blitzschnellen Überraschungsangriffe weiter fortführen.

5.2 Das Disaster auf den Philippinen

Seit der Jahrhindertwende war der große und zentral im südchinesischen Meer gelegene Inselstaat US-amerikanische Kolonie und bedeutende Militärbasis. Im Morgengrauen des 8. Dezember greifen 200 Flugzeuge der 11. Marineluftflotte von Formosa aus – seit 1895 japanische Kolonie – Luzon an. Dadurch und weiterer Luftangriffe in den nächsten Tagen wird die US-Luftwaffe vernichtet. In mehreren Anlandungen werden die US-Sodaten unter dem Kommndo von Douglas MacArthur Ende Dezember zum Rückzug auf die Halbinsel Bataan gezwungen und schließlich gefangen genommen und zu einem Todesmarsch 1942 von den Japanern veurteilt, dem etwa 30.000 der philippinischen und US-Soldatem zum Opfer fielen. Gefangene hatten bei den dem Samurai-Code folgenden Japanern keinerlei Rechte und galten als ehrlos.

5.3 Die Eroberung der „westlichen“ Kolonien auf dem Festland

Am 8. Dezember begann auch der Angriff auf die britische Kronkolonie Hong Kong vom Festland aus (Kapitulation am 25.), Invasionstruppen landen in Thailand und dieses wird Japans Alliierter; es folgt die Landung auf der malayischen (britischen) Halbinsel und die Eroberung des bedeutenden Stützpunkts Singapur. Die zur Abwehr der Japaner von Singapur aus detachierten brit. Schlachschiffe Prince of Wales und Repulse werden am 10. durch einen beispiellosen Luftangriff der 11.Luftflotte von Indochina startend versenkt und die Moral der Briten gebrochen. (Am 15. Februar 1942 fällt das stark verteidigte Singapur und für tausene Soldaten des Commonwealth beginnt eine Leidenszeit). Am 16. Dezember beginnt die Eroberung des brit.-malaysischen Borneo; am 23. schweres Bombardement der burmesischen Hauptstadt Rangoon mit 2.000 Toten Einen Monat später marschiert die japanische Armee in Burma ein

5.4 Indonesien und die Inselwelt des Süd-Pazifik

Das größte und überaus reiche Insel“paradies“ der Welt wurde von der „Vereingten Niederländischen Ostindien-Kompanie“ (vgl. Indien!)  ab dem frühen 17. Jahrhundert den Portugiesen (diesen blieb nur Timor)  in der Jagd nach Gewürzen abgerungen und die Verwaltung nach 1799 vom Staat übernommen. Zwischen dem 16. Dezember und dem 09. März 1942 besetzte Japan in diversen großen und kleinen Operationen unter dem massiven Einsatz der Flotte das so wichtige Inselreich biis 1945, um vor allem das dringend für die Flotte benötigte Erdöl und diverse Rohstoffe auszubeuten. Wie in China, Korea, Indochina, Malaysia bildete sich eine kommunistische Guerilla (PETA)  aus einheimischen Zwangsarbeitern Die Unabhängigkeit Indonesiens wurde jedoch vom „Quisling“ Sukarno 1945 proklamiert und von den Niederlande nicht anerkannt. Der Versuch der Rekolonialisierung scheiterte und im Dezember 1949 erkannten die Niederlande die Unabhängigkeit Indonesiens an.

1941 verteidigten nur 85.000 Soldaten – gößtenteils einheimische Söldner – und diie niederländische Flotte das Riesengebiet zwischen Singapur und Neu-Guinea. Mit der Landung in Nord-Borneo begann im Dezember die Eroberung, es folgte im Januar Celebes u.a. durch den Einsatz von Fallschirmjägern und das australisch besetzte Timor sowie das unverteidigte Bali, im Febr./März 1942 Sumatra , dann im März Java . Es kommt zu diversen wechselseitigen Angriffen, von Flugzeugen der japanischen Träger, U-Booten und Überwasserkampfschiffen – ohne größere Erfolge. Dann schlägt die japanische Trägerflotte mit vier Carriern und 200 Angriffsflugzeugen am 19. Februar gegen den nordaustralischen Hafen Port Darwin zu und versenkt diverse alliierte Schiffe.

In mehreren klassischen Seegefechten mit Überwasserschiffen in der Java-See und in der Sunda-Straße Ende Februar 42 werden die niederländisch-britischen-amerikanischen Kreuzer und Zerstörer unter schweren Verlusten aus den indonesischen Gewässern vertrieben und den alten Kolonalmächten vom aufstrebenden Japan weitere Schmach zugefügt.

Im zweigeteilte Neuguinea (niederländisch/australisch)  – Ausgangsbasis der Operationen war Rabaul im Nordosten Neubritanniens, besetzt im Febr. 42 und für die Japaner in der Folge der wichtigste Außenposten in Südostasien;.Nachschubbasis mit zeitweise bis zu stationierten 200.000 Soldaten – suchte der moderne Krieg den Kontakt zu urwüchsigen Kannibalen. Den Japanern gelang in mehreren kleineren Landungen die Besetzung vo Küstenorten. Bei der See- Luftschlacht in der Korallensee Anfang Mai 1942 verlieren sowohl die USA als auch Japan einen großen Flugzeugträger. Da die Japaner die Landung in Port Moresby/Neuguinea aufgeben und sich zurückziehen, kommt der reibungslose japanische Vormarsch ins Stocken.

5.5 Japanischer Vorstoß in den indischen Ozean

Beim Vorstoß der jap. Trägerflotte nach Ceylon kommt es Anfang April 42 im indischen Ozean zum Aufeinandertreffen mit der britischen „Eastern Fleet“. Der Hafen Colombo wird bombardiert und der Schiffsverkehr wird schwer getroffen und durch Trägerflugzeuge zwei brische Kreuzer, ein Flugzeugträger und 23 Handelsschiffe versenkt. Vom Marinestützpunkt Penang in der Mallakkastraé hat die jap. U-Bootwaffe Zugang zum ganzen Indischen Ozean. Die Bedrohung Indiens erfolgt aber bis 1944 durch das jap. Heer von Burma aus.
Der ganze Zentral- und Südpazifik wurde in kühnen Operationen (Guam, Wake)  zum Vorfeld Japans zur Sicherung der Rohstoffzufuhr und des jap. Muterlandes, bedroht scheinbar nur durch die US-U-Bootwaffe.. Mitte 1942 waren die Achsenmächte weltweit auf dem Höhepunkt ihrer Expansion. Die Alliierten waren schwer angeschlagen, aber noch nicht geschlagen.

6.0 Das „Empire“ schlägt zurück

Noch war Japan partiell im Vormarsch und der Zenith seiner Macht nicht erreicht, da begannen die USA ihre Wunden zu lecken und suchten nach Mitteln und Wegen, ihr Trauma abzuschütteln. Ihre counter-force-ability war erhalten – die Japaner hatten beim Angriff auf Pear Harbor ja die US-Trägerflotte nicht angetroffen.

6.1 Luftangriff auf Tokio

Zwei US-Träger, an Bord 16 Mittelstreckenbomber B-25, liefen bis auf 660 sm auf Tokio zu und starteten die B-25 zu ihrem Himmelfahrtsommando, da sie nach dem Angriff nicht mehr auf den sich zurückziehenden Träger landen sollten, sondern ihr Glück im Weiterflug nach Russland suchen sollten. Tokio wurde nun tatsächlich angegriffen, aber nur ein Flugzeug schaffte es bis nach Vladiwostok, dreizehn landeten Bruch in China und zwei Besatzungen wurden gefangen genommen, gefoltert und getötet. Umso größer wurde der „Erfolg“ in den USA gefeiert und eine Heldensaga gestrickt..

6.2 Schlacht um Midway

Die USA unterhielten auf der winzigen Midway-Inseln ihren letzten vorgeschobenen Flughafen in der Tiefe des Pazifik und die Japaner mobilisierten ihre Flotte mit sechs Trägern (!) zum Angriff und suchten die große Entscheidungsschlacht. Die USA liefen mit drei Trägern aus, um der überlegenen japanischen Streitmacht die Stirn zu bieten. Am 4. Juni 42 Angriff von über 100 jap. Flugzeugen auf Midway. Gleichzeitig ergebnisloser Angriff schwacher US-Flieger von Midway uf die jap. Flotte. Ein Angriff von über 150 Maschinen auf die Japaner am 6. wendet das Blatt. Weitere Angriffswellen der Amerikaner folgen. Bei dem Verlust von einem Träger durch ein jap. U-Boot verliert die falsch geführte jap. Flotte vier ihrer Flugzeugtröger, ca. 3000 Mann (davon aber nur 110 Flieger) und 253 Flugzeuge, die US-Navy 307 Mann und 150 Flugzeuge..Die Japaner ziehen sich zurück und in den USA gilt der Sieg bei Midway als Wendepunkt des Pazifikkrieges.

6.3 Die Hölle von Guadalcanal

Am 7. August 1942 begannen die USA mit der Landung auf der Salomoneninsel Guadalcanal, der am weitesten vorgeschobenen landgestützen Flugbasis der Japaner im Südwest-Pazifik, die Operation Watchtower, eine der verlustreichsten und verbissensten Schlachten während des Pazifikkrieges. Sie dauerte bis ins nächste Jahr an und erstmals gelang den Amerikaner die Rückeroberung einer um jeden Preis zu haltenden Insel, deren feindliche Natur sie zutiefst erschreckte.

Es beginnen verlustreiche Kämpfe am Boden, auf See und in der Luft. Am 9. Auust verliert die US- Marine bei einem Nachtangriff jap. Überwasserstreitkräfte drei Kreuzer und 1.287 Mann. Beim Versuch, die Verteidiger zu verstärken und Nachschub an Land zu bringen, kommt es zu dicversen größeren und kleineren Seeoperationen mit Verlusten auf beiden Seiten bis hin zum Flugzeugträger.

Im November besetzen die USA das benachbarte Bougainville und die japanische Gegenwirkung ist immer ineffektiver. Und die materielle Überlegenheit der USA fängt an Früchte zu tragen. Japans Verluste an Fluzeugen führt so zur amerikanischen Lufthoheit. Weiter werden die Verluste der jap. Handelsflotte durch die US-U-Bootwaffe im Fortgan immer signifikanter. Es beginnt das sog. Insel-Hüpfen im Pazifik. Anfang Februar 43 werden 11.000 japanische Soldaten von Guadalcanal evakuiert und der Niedergang Japans beginnt..

7.0 Der weite Weg nach Norden

Mehrere Monate fanden in dem Gebiet zwischen Neuguinea und Neukaledonien bei beidseitigen Nachschub- und Landungsoperationen heftige begrenzte See-Luft-Gefechte statt, wobei die USA und ihre Verbündeten das „aktive“ Patt relativ erfolgreich gestalten.In der ersten Novemberhälfte 1943 kommt es beim Angriff auf Bougainville/Salomonen zu starken efolglosen jap. Luftangriffen. Von den eingesetzten 173 jap. Trägerflugzeugen gehen 121 verloren, damit ist die jap. Trägerluftwaffe vorerst nicht mehr einsatzfähig. Die Japaner werden zu Gejagden, auf den kleinen Inseln, zur See, in der Luft und durch die amerikanische U.Boot-Waffe. Allerdings ist durch die alliierte Strategie – Germany first – die Vorwärtsbewegung zäh und begrenzt.

7.1. Rückeroberung der Philippinen 1944

Zu einer großen Luftschlacht kommt es Mitte Juni 1944 in der Philippinensee unweit von Guam mit der jap. Trägerflotte, die 372 Flugzeuge in den Kampf schicken und 242 Verluste erleiden. Sog. Truthahnschießen. Weiter versenken die US-Verbände zwei japanische Carrier. Ende Juli/Anfang August wird Guam zurückerobert und damit der Weg zu den Philippinen frei. Im Oktober 1944 beginnt mit der alliierten Ländung bei Leyte ein bis zum Ende des Jahres anhaltendes Gemetzel aller Armeeteile, wobei die technologische und zahlenmäßige Waffenüberlegenheit der USA den bis zum letzten Mann und Flugzeug heroisch kämpfenden Japanern keine Chance mehr lässt. Vom 22. Oktober bis zum Monatsende werden unter Beteiligung enormer See- und Luftstreitkräfte in mehreren Schlachten rund um die Nordphilippinen – bei nennenwerten eigenen Verlusten – die Japaner massakriert. Die japanische Marine büßt 26 große Kriegsschiffe und 46 große Frachter und Handelsschiffe ein und die Stärke der landgestützten japanischen Luftwaffe auf den Philippinen sinkt um über 50 Prozent. Die Trägerflotte ist entweder versenkt oder kampfunfähig. Während die Eroberung von Leyte den USA bei einem Verlust von 3.500 Mann einen Zugang zu den Philippinen verschaffte, von wo aus die völlige Kontrolle des Rohstoffversorgung Japans erfolgte, verloren das japanische Heer bei der Verteidigung Leytes 50.000 Mann und auf der Insel Lizun verblieben ihm 250.000 Soldaen zur hoffnungslosen Verteidigung des Landesinnere.. Für die Militärgeschichtsschreibung gelten die Schlachten um Leyze als kriegsentscheidend. Japan verblieb nur mehr, zu kapitulieren oder zu sterben. Die Japaner wählten das Sterben.

7.2 „Der göttliche Wind“

Am 20. Oktober stürzt sich nach einem vergeblichen Angriff japanischer Flugzeuge auf die amerikanische Flotte ein einzelnes Flieger auf den Kreuzer Australia und beschädigt ihn schwer. Der Legende nach hat sich der Kommandeur der jap. Luftwaffe, Admiral Arima, aus Schuld wegen des eigenen Versagens in Samurai-Tradition geopfert. Binnen kurzem beginnen Selbstmordangriffe der von der Militärführung aufgestellten Freiwilligeneinheit des Marineflieger-Geschwaders 201, die im Oktober zwei US-Carrier versenken. Kamikaze-Angriffe werden zur neuen Strategie der japanischen Führung, um das Schicksal heraus zu fordern.

Die Matrosen reagieren mit Panik und Entsetzen, wie schon die Marines im Inselkampf mit der Todesverachtung des japanischen Widerstandes überfordert waren. Zwei Welten prallten aufeinander: Die Japaner kämpften bis zum Tod und ließen sich nicht gefangen nehmen, die Alliierten taten alles, um Verluste der eigenen Seite zu minimieren. Selbstmordangriffe mit den verschiedensten Mitteln (Flugzeuge, Raketen, Torpedos, Sprengboote) werden nach den anfänglichen Erfolgen massenhaft eingesetzt.

8.0 Japans Armageddon 1945

Viele Landeoperationen sind notwendig, um das Inselreich der Philippinen zurück zu erobern, da die japanischen Verteidiger zu Lande bis zum Letzten kämpfen und sterben. Japan selbst konzentriert sch nun auf die Verteidigung des Kernlandes. Ab dem 4. Februar 1945 begann der Befreiungskampf um Manila, wobei auf Anweisung aus Tokio während der letzten drei Februarwochen etwa 111.000 Zivilisten ermordet wurden.

Die USA hatten nun das winzige Iwojima im Fokus und warfen eine Bombenlast von 6.800 Tonnen ab, gleichzeitig begann die Bombardierung Tokios.

8.1 Iwojima

Ab dem 16. Febr beginnt der massierte Artelleriebeschuss der Insel durch die US-Flotte und mit der Landung am 19. beginnt unter dem Einsatz von Flammenwerfern die „Säuberung“ der Höhlensysteme bis zum 26. März, oft im Nahkampf. Am 21. Februar erfolgte ein überraschender Kamikazeangriff auf die vor der Küste liegenden Schiffe, bei dem ein Geleitträger versenkt und weitere beschädigt wurden.

Die Kämpfe auf der Insel kosteten auf japanischer Seite etwa 20.800 Tote und auf amerikanischer rund 7.000 Tote. Ein irrsinniger Blutzoll für eine 24 qkm kleine Vulkaninsel. Aber die USA hatten nun eine Basis für die Begleitjäger ihrer B-29 Langstreckenbomber zu Angriffen auf die jap. Hauptinseln. Am 10. März griffen 334 B-29 Tokio an, entfesselten einen Feuersturm und 100.000 starben beim folgenschwersten konventionellen Luftangriff des Zweiten Weltkrieges.

8.2 Okinawa

Der Blutzoll, den der Krieg forderte, wurde immer höher.Die amerikanische Flotte beherrschte nun die innerjapanische See und die Antwort waren Kamikaze-Angriffe.Der Höhepunkt dieser Kriegsfüjrung stand nun bevor. Am 23. März begannen die laufenden Schiffsartilleriebeschüsse und Luftangriffe zur Vorbereitung der Landung auf Okinawa mit Unterstützung der britischen Pazifikflotte.

Ab 1. April 45 setzte die 10. US-Armee 451.866 Soldaten auf der Insel ab. Nach dem D-Day in der Normandie die größte derartige Operation.. Die Japaner zogen sich in die vorbereiteten Höhlensysteme der Insel zurück, um von dort aus in Guerillakämpfen die US-Truppen anzugreifen. Die vor der Küste liegenden Schiffe wurden zum Ziel von massiven Angriffen von etwa 1.500 Kamikazefliegern und Oka-Raketenbomben. Im Verlauf der Kämpfe um Okinawa wurde das größte je gebaute Schlachtschiff Yamato in einer Kamikazeaktion sinnlos geopfert.. Die verlustreiche Eroberung von Okinawa zog sich bis zum 21. Juni hin, Kamikazeangiffe gar bis Ende Juli.

Bilanz:

Jap. Verluste an Soldaten und Zivilbevölkerung über 170.000. Die US-Armee verliert 7.613 Tote und Vermisste sowie 31.807 Verwundete, die US-Marine 4.907 Tote und Vermisste sowie 4.824 Verwundete. 36 amerik. Schiffe sinken, 368 werden beschädigt. Nach US Angaben verlieren die Japaner 7.830 Flugzeuge bei gleichzeitig 763 amerik. Verlusten. Während an allen Fronten, von Birma im Westen, Indonesien, Südsee bis hin zum Norden, die Allierten die Japaner aufrollen, werden die Verluste aus einem Angriff auf die vier japanischen Hauptinseln, hochgerechnet aus den Erfahrungen von Okinawa, als untragbar von den Amerikanern eingeschätzt, da Japaner lieber sterben als zu kapitulieren.

9.0 Der atomare Tod als Wegweiser für die Zukunft

In der Literatur über die beiden Atombomben-Abwürfe vom 06. August 1945 auf Hiroshima und drei Tage später auf Nagasaki, weltweit von der Friedensbewegung über Jahrzehnte zu der finalen Kritik an den USA im Kalten Krieg stliisiert, finden sich unterschiedlichste Begründungen*) für den Einsatz dieser Waffe. Zwi B-29 Bomber töteten 100.000 Zivilisten sofort und durch den atomaren „fall-out“ Hunderttausende bis heute. Eine Waffe war geboren, die die Existenz der Menschheit an sich bis heute bedroht und zu der Abschreckung konventioneller Kriege und Abenteuer wird. Bis heute!

*) Offizielle US-Sicht ist das Argument, dass nur so Japan bereit zur Kapitulation gewesen sei und nur so der Tod von bis zu 1 Mio US-Soldaten bei der sonst notwendigen Besetzung Japans verhindert wurde. Sog revisionistische Erklärungen: a) Die USA wollten die ihnen zur Vefügung stehenden beiden Atombomben-Typen live testen. b) Dem zukünftigen Gegnern in der Systemauseinandersetzung, Sowjetunion wie China, sollten Grenzen gesetzt werden. c) Seit geraumer Zeit war, Vielschichtigkeit der Geschichte, die Sowjetunion global auf dem Vormarsch und der Kalte Krieg hatte längst begonnen (siehe Griechenland)

10. Das Kriegsende in Fernost

In der Mandschurei zerschlug die Rote Armee im Bündnis der nach hundertausenden zählenden rotchinesischen Truppen Japans starke Landstreitkräfte, in Vietnam kam gegen dem fortbestehenden Kolonialanspruch Japanss der Führer des Viet Minh, Ho Chi Minh, an die Macht,überall in Asien kämpften Stalin verehrende Kräfte um die Macht und schufen so die Basis für den gerade weltanschaulich erbarmungslosen Systemgegensatz.

In Japan geschah das Undenkbare und der Tenno selbst befahl das Kriegsende, welches am 14. August zur Annahme des alliierten Ultimatums, zu zahlreich Kriegsverbrecherprozessen, dem Verlust aller Kolonien und besetzten Gebiete, zu Verfassung von 1946, die Japan entmilitarisierte, und 1952 zum Friedesvertrag mit den USA und dem Ende der Besetzung (Ausnahme Okinawa)  führte.

Der Krieg zur Schaffung der „Großostasiatischen Wohlstandssphäre“ kostete China mindestens 15 Mio Tote (11 Mio Zivilisten), Japan etwa 2 Mio einschließlich des atomaren wie konventionellen Luftkriegs, den Allierten der USA 150 Tausend, den USA selbst 130 Tausend. Auf wikipedia wird darüberhinaus von sonstigen „unzähligen zivilen Opfern“ in den besetzten Ländern gesprochen. Japan stieg in der Folgezeit zu dem Verbündeten der USA im pazifischen Raum auf und entschuldigte sich bis jetzt nicht für seine Kriegsverbrechen.

 

 

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